WKSA, Teil 2

Bonjour, Ihr Lieben. Ich bin heute Gastgeberin des Sew Alongs auf dem MMM-Blog und freue mich, wenn Ihr Euch dort mit Eurem Beitrag verlinkt!

Herrje, herrje, herrje. Es ist ja so: Da verspricht man (Frau Kirsche) Glitzer und Kitsch und dann? Ist es hier in den USA scheinbar harmloser als in der deutschen Vorweihnachtsglückseligkeit. Es ist mir sehr unangenehm, aber so ist es.

Gut, widmen wir uns also unserem Kerngeschäft, dem Weihnachtskleid. Zur kurzen Erinnerung, ich nähe ein Butterick 5920 aus rotem Samt.

Heute treffen wir uns zum zweiten Mal und folgendes wollen wir heute besprechen:

23.11.2014 WKSA Teil 2:
Oh, so ein schönes Schnittmuster wird da genäht, ich entscheide mich schnell um / Ich habe mich für mein Traumkleid entschieden und bleibe dabei / Ich nähe mal lieber erst ein Probemodell / Schnitt kopieren, zuschneiden, wer sagt eigentlich, dass Nähen Spaß macht? 

Üblicherweise ist jetzt der Zeitpunkt in einem Sew Along, zu dem ich anfange, zu schwächeln. Ich kopiere das Schnittmuster nicht, ich schneide nicht zu (und dann fange ich nicht an, zu nähen, aber da sind wir ja noch nicht). Als Gastgeberin kann ich mir solche Schludereien natürlich nicht erlauben, deswegen habe ich vor einigen Tagen das Schnittmuster kopiert (bzw. das Original ausgeschnitten, ich hatte keine Folie) und den gestrigen Abend damit verbracht, zuzuschneiden. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Zeit ich damit vetrödeln kann, insbesondere wenn man bedenkt, was für ein Tempo ich gegen Ende eines Projekts vorlegen kann. Da muss ich erst ewig überlegen, was ich dabei hören oder sehen möchte, dann steh ich immer wieder seufzend auf, drehe den Stoff von links nach rechts oder mache Photos (in diesem Fall für die Keksmamsell). Naja, immerhin könnt Ihr so den Stoff mal sehen. Ich habe übrigens eine Folge Barnaby gesehen, ich mag Krimis und dabei muss man sich nicht konzentrieren, wenn ich etwas nicht mitbekomme, ist das total egal.

 

Nun habe ich hier also eine Tüte voller Teile liegen und vielleicht, vielleicht schaffe ich es ja, mich noch an diesem Wochenende davon zu überzeugen, dass ich auch nähe. Vielleicht suche ich aber auch einen passenden Film, mal sehen.


Damit hier wenigstens etwas Aufregendes passiert, guckt mal hier, Nähmaschine an amerikanischer Wohnung:

WKSA from Juli Kirsche on Vimeo.

 

Ich freue mich, von Eurem Fortschritt zu lesen. Auf, Ladies, los geht’s!

P.S.: Habt Ihr gesehen, dass es in Berlin jetzt eine dauerhafte Ausstellung zu Mode gibt? Toll! Ich will definitiv hin!

Mühsam ernährt sich das Maiskörnchen

Die beste aller Schwestern (meine nämlich!) ist Königin der Wortfindungsstörung und erfand diese obige Redewendung (im Titel), als sie mich mal zu irgendwas belehren wollte. Während wir sonst dazu neigen, alles zu vergessen, was nicht irgendwie mit einem Zeugnis oder einer Geburtsurkunde abgeschlossen wird, ist diese Äußerung in unseren Sprachgebrauch übergegangen. Also zumindest in meinen.

Und warum erzähle ich das alles? Weil ich mich genau so fühle, nur hab ich zusätzlich noch Kommunikationsprobleme. Als Soziologin bin ich zwar davon überzeugt, dass man Hypothesen niemals bestätigen kann, sondern dass man Theorien, die Voraussagekraft haben, falsifizieren muss. Aber das finde ich doch ein bisschen arg, denn quasi jede meiner Hypothesen zu meinem amerikanischen Alltag wird  widerlegt.

Am eindeutigsten vor Augen geführt wird mir das derzeit beim Busfahren. Und nur um daran zu erinnern: ÖPNV kann ich. Echt. Aber hier geht alles sehr anders, anders als in New York, San Francisco, Boston, London, Paris, Berlin, Bremen, Aachen. Auf dem Busfahrplan (Flyer oder Internet) sind nur wenige Haltestellen angegeben, die dazwischen muss man einfach wissen oder kennen. Erkennbar sind die Haltestellen dann an einer Plakette, die an einem Mast o.ä. befestigt sind. Auf der Plakette steht auch die Buslinie, die dort theoretisch hält, aber niemals ein Zeitplan. Die Ankunftszeit des jeweiligen Busses muss man interpolieren, indem man die Distanz zwischen denen im Zeitplan angegebenen Haltestellen und der eigenen abschätzt. Wenn man dan Zugang zum Internet hat, sonst wartet man eben. Und man bedeutet in diesem Falle ich.

Ist eigentlich gar nicht so kompliziert, aber irgendwie doch, wenn das alles nicht bekannt ist, sondern man Hypothesen anlegt, die nach und nach falsifiziert, angepasst und erneut widerlegt werden. Nach knapp anderthalb Wochen habe ich es heute geschafft, statt 10 Minuten mehr als anderthalb Stunden nach Hause zu benötigen, was zu zwischenzeitlichen Wutattacken und großer Sehnsucht nach meiner Bremer Straßenbahn geführt hat. Mittlerweile ist meine Verzweiflung dank einer Runde auf dem Laufband und zwei Gläsern kalifornischen Rotweins deutlich gemindert.

Fest steht aber: geht irgendwie besser, woll?

Prost!

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Me Made Mittwoch am 19. November 2014

Erinnert Ihr Euch noch an letzte Woche? Clogs und nackte Beine? Ja? Ich auch, aber irgendwas ist in der Zwischenzeit geschehen, denn derzeit sind es unter null Grad. Wie konnte das nur passieren? Ich bin höchst irritiert.

Mir wird von den Kolleginnen und Kollegen jedoch eine hohe Kältetoleranz zugeschrieben, weil ich aus Deutschland komme “and there it’s freeeeezing”. Ich werde dann demnächst mal vom klassischen norddeutschen oder rheinischen Winter (aka Regen) berichten und lächle derweil huldvoll, wenn meine scheinbar genetisch veranlagte Kälteresilienz thematisiert wird.

Nun aber zurück zum Thema. Es ist kalt. Zum Glück habe ich ja ein paar warme Wollkleider eingepackt, denn auch wenn mir meine direkte Kollegin vor einem Monat versprach, dass es quasi niemals so kalt werden würde, wie es derzeit ist (*hust*), friere ich an langen Tagen im Büro doch immer.

Mein Lieblings-Winterkleid ist das lila Mantelkleid nach Gertie-Hirsch, das Cat und ich quasi gleichzeitig (okay, sie war mal wieder ein halbes Jahr schneller…) genäht haben. Augrund schlechter Vorbereitung müsst Ihr leider mit Spiegelbild-Handy-Photos leben – Entschuldigung!

IMG_3885Amerikaner_innen verteilen gerne Komplimente. Da machten auch die Studentinnen, die mich eben bei meiner Photosession überraschten, keine Ausnahme…

 

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Die Schleifen-Brosche haben Wiebke und ihre Tochter mir geschenkt.

IMG_3887In meiner Wohnung gibt es keinen Ganzkörperspiegel. Die haben doch bestimmt nichts dagegen, wenn ich zukünftig auf der Instituts-Toilette meine Rocklänge festlege, oder?

Auf dem MMM-Blog zeigt Constanze eine schöne Dakota-Version und sinniert über Schnittmuster-Moden.

WKSA, Teil 1

Ich bin furchtbar enttäuscht! Amerika hält überhaupt nicht, was es stereotyp verspricht! Zwar gibt es in den Läden jede Menge Weihnachtsdeko, die Süßigkeiten sind alle rot-grün-weiß verpackt und es dudelt “All I want for Christmas is Yooouuuuu!” (orr, Ohrwurm), aber kein einziges Haus blinkt. Keine Schneemänner, die die Fallrohre hochklettern, kein Rentier mit leuchtender Nase, nix. Ob das jetzt bis nach Thanksgiving so bleibt? Vielleicht ist das der offizielle Startschuss für den Deko-Wahn? Ich hoffe es doch. So lange nutze ich eben die Weihnachtsgimmicks des Online-Bildbearbeitungsprogramms. Da müssen wir jetzt alle durch.

WKSA_1_bSind diese Weihnachtsaffen nicht niedlich? Ich meine, wer will keinen Weihnachtsaffen?!

Gut, konzentrieren wir uns auf den gemeinsamen Weihnachtskleid Sew-Along, auf den ist da deutlich mehr Verlass als auf die blinkenden Häuser hier. Seit 2009 nähe ich mir zu Weihnachten ein besonderes Kleid, mit einer Pause 2010. 2009 noch auf eigene Faust, seit 2011 gemeinsam mit Cat bzw. mit Katharina. Und hier die Modelle:

 

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Und wie geht es heute los? Das sagt der Zeitplan:

Ich bin 1a vorbereitet und habe schon alles zusammen gesucht / Weihnachten? Ist nicht noch Sommer? / Ich such nach Inspiration und guck mal, was die anderen machen / Schnitt da aber kein Stoff oder andersrum? / Kleine Rückblende: mein Weihnachtskleid 2013/2012/2011

Natürlich bin ich 1a vorbereitet. Ha, dieses Mal wirklich, allerdings wegen des Umzugs. Ich war mir nicht sicher, wie schnell ich es schaffen würde, eine Nähmaschine zu besorgen und einen Stoffladen zu finden, deswegen habe ich Stoff und Schnitt schon vorher ausgewählt und aus Bremen mitgebracht. Eigentlich wollte ich ein weiteres Coat Dress nach Gertie Hirsch aus rotem Samt nähen. Eigentlich? Jawohl, eigentlich, ich habe nämlich einen neuen Schnitt gekauft, den ich jetzt ausprobieren möchte. Es ist kaum zu glauben, aber meine derzeitige Chefin und Kollegin nähen. Und sie haben sehr viel Verständnis für mich und fahren mich zu Stoffläden und warten geduldig auf eine anschließend extrem glückliche Frau Kirsche: “You look like a kid in a candy store!”. Ich bin im Himmel. Mein Chef in Deutschland wird sich nächstes Jahr sehr anstrengen müssen!

Dieser Schnitt wird es werden, dem roten Samt bleibe ich aber treu:

B5920Butterick 5929 (gleichzeitig Bildquelle)

Nun verlinke ich zum MMM-Blog. Dodo zeigt heute ihre Pläne zum Weihnachtskleid 2014. Mal schauen, welches Kleid sie wirklich näht. Ich hätte da ja einen Favoriten…

Kleine Appartment-Tour, Teil 1

Da ich nur relativ kurz in den USA bin, habe ich ein möbliertes Appartment bezogen, das ebenfalls mit Handtüchern, Bettwäsche und Küchenutensilien ausgestattet ist. So brauche ich den ganzen Krams nicht zu kaufen, auch wenn das so genannte Premium Package so teuer ist, dass ich davon locker alles hätte kaufen können. Aber gut, so kann ich meine Zeit anders nutzen.

Der Appartment-Komplex, in dem ich wohne, liegt ein wenig außerhalb, aber mit dem Bus ist die Uni in 10 Minuten erreichbar. Ich bin übrigens scheinbar der einzige Mensch, der das öffentliche Bus-System nutzt, und kein Alkoholproblem hat. Alle, mit denen ich über meinen Autoverzicht spreche, lachen mich aus, aber ich halte durch, denn Taxifahren (mein heimliches Hobby) ist nicht teuer. Gestern bin ich mit dem Taxi zum Walmart und wieder zurück gefahren. Die Taxifahrer hielten mich eindeutig für völlig bescheuert, aber ich versuche jetzt, so zu tun, als wäre das in Europa so. À la: in Europa darf man noch rauchen, mit 18 Alkohol trinken, heiratet nicht mit 25 und fährt Taxi. Wehe, jemand von Euch petzt!

Jetzt aber endlich zur Wohnung:

DSC02529So sehen alle Appartments aus, zweistöckig, mit Balkon, die Haustür ist gleichzeitig die Wohnungstür.

 

DSC02522Und das ist meine, davor sind die letzten MMM-Bilder entstanden.

DSC02526 Die Küche und der Esstisch. Seht Ihr eigentlich auch selbst, ne?

DSC02528Und das Wohnzimmer. Alles schön mit amerikanischem Flauschi-Teppich ausgestattet. Das wird bestimmt großartig, wenn ich da mal meine Dose mit Stecknadeln ausschütte.

Mittlerweile fühle ich mich hier schon recht wohl, demnächst gibt es auch noch ein paar Blumen und dann wird das mit mir und dieser Wohnung. Den Rest zeige ich später. Da steht noch ein Koffer. Cliffhanger.

Weihnachtskleid? Na sicha!

Als mich gestern bei strahlendem Sonnenschein ein Mensch vor dem Supermarkt mit “Merry Christmas, Ma’am” verabschiedete, war ich zugegebenermaßen ein wenig verwirrt, aber natürlich ist es bald so weit. Um die Vorweihnachtszeit angemessen zu begehen, veranstalten wir auf dem MMM-Blog wieder einen Sew-Along.

Ich freue mich, die Veranstaltung gemeinsam mit Dodo zu hosten und werde mich mit voller Kraft in die Deko- und Kitsch-Ecke schmeißen, um Plätzchen-kauend und Mint Choco Mocca-schlürfend aus Amerika zu berichten – nur zu Forschungszwecken versteht sich.

Ich hoffe, Ihr seid dabei!

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Me Made Mittwoch am 12. November 2014

Salut und beste Grüße im ersten offiziellen USA-Posting! Ich bin Montag gut angekommen und gewöhne mich langsam ein. Ich werde aber ein Extra-Posting zu meinen Anfangstagen schreiben, denn heute geht es um selbst gemachte Kleidung!

Eine Woche vor Abreise war meine geliebte Freundin K. bei mir in Norddeutschland zu Besuch. Gemeinsam mit ihrer Nähmaschine, so wie sich das gehört. Ich hatte den mehr oder minder heimlichen Wunsch, in dieser Zeit ganz furchtbar weit mit meinem letzten Deutschland-Projekt zu kommen – dem Gertie-Mantel (Butterick 5824). Cat und Katharina hatten behauptet, das ginge superschnell, aber mein Nähtempos ist nicht annähernd so hoch wie das der beiden. Aber immerhin erschien es mir vor der Abreise noch machbar und ich hielt mich ran. Immer wieder nähte ich mal hier, mal dort und tatsächlich ist der Großteil des Mantels total fix genäht. AUf jeden Fall genau der Teil, der dann dazu führt, dass man auch gewillt ist Nachtschichten einzulegen, weil es doch jetzt wirklich nicht mehr viel ist (was natürlich totaler Quatsch ist, aber hey. Ich falle jedes Mal wieder darauf rein)

Die letzten Teile habe ich vor am Tag vor der Abreise bei meinen Eltern im Kreise meiner Familie mit der Hand angenäht.

Jetzt aber schnell die Photos, in Deutschland ist es ja schon hundert Uhr!

DSC02517Der Mantel ist aus einem leichten Wollstoff und ein reiner Übergangsmantel, weil nicht gefüttert.

DSC02518Die Grundfarbe ist wollweiß mit einem hellblauen Faden und einem roten Karo. Da ich etwas über einen halben Meter weniger an Stoff hatte, als erforderlich, konnte ich nur an wenigen Stellen Rücksicht auf’ karo nehmen und musste zudem mit Schrägband säumen. Wenn wir ganz ehrlich sind, passte mir beides gut in den Kram.

 

DSC02519Geschlossen wird der Mantel mit mehreren Druckknöpfen bzw. mit einem Gürtel – siehe unten! Wie man sieht, ist das Wetter gerade sehr gut, allerdings ist es nachts ziemlich kalt und morgen soll es sogar frieren. Heute bin ich ohne Strumpfhose und leicht schwitzend unterwegs und kann mir das gar nicht vorstellen. Morgen also im Wintermantel!

DSC02520Fazit: ich brauche einen weiteren Mantel nach diesem Schnitt, der so schnell genäht ist, über Petticoats passt und insgesamt sehr glücklich macht.

Damit verlinke ich mich beim wunderbaren Me Made Mittwoch und winke unserer bezaubernden Gastbloggerin Nastushja!

Morgen dringend auf dem MMM Blog vorbeischauen! Und demnächst dann hier Photos von meiner amerikanischen Wohnung!

Me Made Mittwoch am 5. November 2014

Während ich diesen Beitrag schreibe, summe ich den Imperial March. Nein, ausnahmsweise nicht, weil gleich mündliche Prüfungen anstehen, sondern weil ich verdammt noch mal in die Pötte kommen muss. Das ist mein letzter MMM aus Deutschland, den nächsten gibt es aus den USA, in die ich mich für 5 Monate begebe. Bis dahin ist noch die ein oder andere Sache zu erledigen, aber das macht keinen Spaß, deswegen sitze ich bei Freundinnen und Freunden zum letzten Kaffee, Abendessen, Frühstück, z.B. bei Annie und Dodo. Oder ich nähe. Hehe. Mist, ey.

Dafür kommen aber neue Teile heraus, die ich jetzt schon heiß und innig liebe, wie beispielsweise das heutige Outfit, ein Kostüm aus senfgelber Wolle, ein Teil mit Geschichte. Den Stoff kaufte ich gemeinsam mit Freundin K. auf dem Stoffmarkt in Kerkrade. Sie entdeckte ihn und zeigte ihn mir mit dem Hinweis, dass das doch bestimmt genau meins sei. Am gleichen Stand fand ich noch einen weiteren tollen Wollstoff für einen sehr geringen Meterpreis und damit ist dieser Tag ein absolut erinnernswertes Stoffkauf-Erlebnis. Und, ja, das ist auch schon ein bisschen her… Der braune Wollstoff ist schon lange zu einer häufig getragenen V1102-Version verarbeitet worden, den schwarzen kann ich leider nicht mehr zuordnen.

Irgendwann im Jahr 2012 ließ ich mir dann von meiner Nählehrerin in Aachen einen Blazer nach einem abgeliebten und zu eng gewordenen Modell zuschneiden und startete während des Nähkurses. Leider wurde ich bis zum Umzug nach Norddeutschland aber nicht fertig und so nahm die Leiterin den Blazer kurzerhand mit nach Hause, um meinen Körper mit einem Futter zu versehen und gab ihn knapp anderthalb Jahre später meiner Freundin K. mit nach Bremen. Hier hing das Teil nun, fertig im Rohbau, aber noch ohne Knöpfe, Knopflöcher, Gürtel und mit offenen Ärmeln. Letzte Woche endlich packte mich der Ehrgeiz, diesen Blazer fertig zu nähen, damit er mit in den Koffer kann. Und nachdem ich ihn endlich fertig hatte, gab es hopplahopp noch einen Standardrock hinterher.

 

DSC02501Die Photos stammen von Dodo, besten Dank!

DSC02504Ausnahmsweise, dank gelernter Maßarbeit meiner Nählehrerin, wirft ein Teil keine Falten im Rücken. Heureka!

DSC02505Es freut sich gar sehr.

DSC02507Natürlich hätte ich diesen Blazer niemals ohne die Hilfe meiner Lehrerin nähen können, selbst wenn ich eine Anleitung dazu gehabt hätte. Den Entstehensprozess erinnere ich folgendermaßen: “jetzt nähst du diese Naht”, 10 Minuten später: “das ist zu schief, das musst du wieder auftrennen”, 10 Minuten später: “ähäm. Trennen.” Usw. usf. Dieses Teil war eine echte Lektion in Demut, sowohl für sie als auch für mich.

Der Rock ist ein Standard, den ich schön häufig genäht habe, dieses Mal sogar gefüttert. Den Stoff für den Bund habe ich ebenfalls vor langer Zeit in Holland gekauft und seitdem etwas irritiert angesehen, mir war völlig unklar, was ich mir dabei gedacht hatte. Am Sonntag musste ich mich nach dem Zuschneiden des Bunds dann sehr zusammenreißen, nicht direkt noch ein Kleid passend zum Blazer zuzuschneiden. Irgendwann springt es einen an, nicht wahr?

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Heute tanzt meine liebe Dodo im MMM-Blog vor. Den Entstehensprozess ihres Oberteils durfte ich live mitverfolgen. Nicht nur unsere Nähkränzchen werde ich in den nächsten Monaten vermissen, liebe Dodo <3

Me Made Mittwoch am 29.10.2014

Heute ist wieder Mittwoch und das ist in meinem Fall der vorletzte, bevor es in die USA geht. Mittlerweile ist das Visum genehmigt, ich warte noch auf die Rücksendung meines Reisepasses und kam dank des benötigten Interviews in den Genuss eines wunderbaren Abends bei Wiebke. Danke <3

Dank des begrenzten Kofferinhaltes, den ich mitnehmen kann, nutze ich derzeit noch die Bandbreite des heimischen Kleiderschrankes und trage Kleidung, die hierbleiben wird (natürlich bleibt es dabei nicht aus, dass ich mir wünsche, den Koffer zu erweitern…).

Heute trage ich daher ein altes Kleid, das ein Probekleid für das Disputationskleid war. Der Stoff ist ziemlich fest und besteht vermutlich zu 80 Prozent aus Plastik. Ich weiche zumindest offenem Feuer aus, um mich nicht versehentlich einzuschweißen.

 

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Grundlage des Oberteils ist ein Kleiderschnitt aus der Knip vom Mai 2012 und ein häufig genähtes Exemplar, die drei Streifen formen die Taille, ansonsten ist der Schnitt sehr simpel mit zwei Abnähern vorne und zwei hinten.

 

DSC02481 Statt des schmaleren Rockteils habe ich einen Tellerrock verwendet, der mit Petticoat bauschig fällt.

 

DSC02482 Das Oberteil sitzt nicht gut, die Bewegungsfreiheit ist echt eingeschränkt, aber für einen Tag im Büro reicht es. Bitte den etwas dämlichen Gesichtsausdruck ignorieren. Danke.

 

DSC02483Auf dem ersten Bild zum Kleid sieht man, dass es sich ein wenig geändert hat, ich habe zwei schwarze Streifen aufgenäht, denn das Kleid franste an den Nähten auf. Hier könnt Ihr sehen, dass diese Rettungsaktion ziemlicher Pfusch war, die verwendeten Schrägbänder schließen nicht ordentlich.

Das Kleid ist vor allem wegen der Farbe praktisch, ansonsten ist es kein Liebling und stellt somit keine Gefahr für den Koffer dar – zum Glück! Dummerweise denke ich jetzt aber, dass ich die Clogs mitnehmen muss.

Mir ist zudem noch mal aufgefallen, dass ich dringend mit etwas weniger auffälligen Stoffen nähen muss. Schwarze oder graue Kleider gefallen mir gut und sind ja auch recht praktisch. Und sie passen zu den roten Clogs.

Heute haben wir erneut eine Gastbloggerin als Gastgeberin auf dem MMM-Blog, Sanni. Ich freu mich über die unterschiedlichen Stile unserer Gäste, die die Bandbreite des MMM so gut widerspiegeln.

Me Made Mittwoch am 22.10.2014

Heute mache ich nur mit einem schnellen Beitrag und Spiegel-Photos mit. Die Vorbereitungen und ein verschludertes Kabel vom Akku-Ladegerät erlauben keinerlei Feinheiten. Alltag halt.

Den Rock habe ich vor über 5 Jahren genäht, ein Römö aus einer karierten Wolle mit türkisem Samtband. Dazu trage ich eine Weste, die meine damalige Nählehrerin ohne Muster zugeschnitten hatte. Das Vorderteil aus dem gleichen Wollstoff, das Rückenteil aus braunem Samt.

Ich trage beides nicht so häufig, weiß aber selbst nicht warum, eigentlich gefallen mir sowohl die Einzelteile als auch die Kombination. Vielleicht in den Amerika-Koffer? Nach Euren zahlreichen hilfreichen Ratschlägen, online wie offline, werde ich wohl noch ein paar Röcke einpacken.

Foto 4 Foto 3 Gefuchste Rückenaufnahme. Am Spiegel hängt übrigens die Grundthese der Habil, die ich da vor Monaten mal hingehängt habe. Weder weiß ich, was drauf steht, noch ob das überhaupt noch relevant ist.

 

Foto 2Die Photos sind abends entstanden. Ich bitte also, die Falten zu entschuldigen. Ebenso den etwas fleckigen Teint.

 

Foto 1Heute zeigt Julia einen wunderschönen karierten Blazer auf dem MMM-Blog. Hallo Herbst – du kannst uns gar nix!

 

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