[liebefreundinnen 1. August 2015]

Diese Posting wurde bereits bei liebefreundinnen veröffentlicht.

Ihr Lieben,

ich schicke die besten Grüße aus… Berlin! Ich bin hier und hab’s keinem verraten, shame on me. Es ist und bleibt aber eine Ausnahme, ich schwöre. Ein Teilgrund meines Besuchs ist ein Konzertbesuch, ich bin mit Freunden bei Björk. Menschen in meinem Umfeld reagieren sehr unterschiedlich auf diese Ankündigung, entweder sehr positiv oder völlig ablehnend. Wie ist das mit Euch? Pro oder contra?

Das Semster ist endlich vorbei – hip hip hurra! Ich unterrichte wirklich von Herzen gerne und wir haben in den Seminaren viel Spaß. Aber die Lehrveranstaltungen und ihre Organisation strukturieren meine Woche so, dass ich zu den anderen Dingen – vor allem zum Schreiben – kaum komme. Nachdem wir in den letzten 14 Tagen noch mit Klausurkorrekturen und Nachprüfungen beschäftigt waren, habe ich diese Woche endlich zwei Sachen beendet. Wenn ich mit vollem Dampf aus dem Semester komme, geht alles doppelt so schnell. Aber wehe, der Schlendrian setzt ein. Dann werde ich zur Prokrastinations-Weltmeisterin… :)

Genäht habe ich in den letzten Wochen auch regelmäßig, einmal mit Dodo und Luise bei einem nordischen Nähkränzchen (neue Tradition: Luise bringt Butterkuchen mit. Ich befürworte das.), aber auch relaitiv regelmäßig alleine.

Schon in den USA habe ich den Bleifstiftrock aus Gertie Hirschs erstem Buch genäht. Dazu verwendete ich einen dunkelroten Wollstoff, der wirklich teuer war und eine unfassbar schöne Qualität hat – hier zeigt ich ihn. Nun sind die Gertie-Schnitte ja wirklich an vielen Stellen zu kritisieren. Die Schnittteile passen häufig nicht zueinander, die Größen sind undurchschaubar, die Anleitungen für Anfängerinnen kaum nachvollziehbar. Und die Photos, die sind schon ziemlich bescheuert. Selbst ich will da gerne as Bügeleisen rausholen und ich bin hier die Schlampe in der Runde.

Was aber ganz nett ist – und meiner Faulheit gut in den Kram passt – ist das modulare System, nach dem bestimmte Schnitte funktionieren. So ist der Bleistiftrock gleichzeitig das Rockteil für das Sultry Sheath Dress sowie (in Teilen) für das Tiki Dress. Beide habe ich jetzt (mehrfach) genäht, von beiden bin ich sehr begeistert. Ich werde demnächst mal eine komplette Modenschau dazu machen, aber im Moment fehlt mir dazu die Zeit. Damit Ihr wisst, dass ich a) noch lebe und b) noch nähe, gibt es eine Sneak Peek.

Fertige Version aus blauem Piqué (leider hat der Ausschnitt das Waschen nicht so gut überstanden)

 

 

Schon zugeschnitten, aber noch nicht genäht: ein fester senfgelber Baumwollstoff mit großen Blumen. Teuer, aber hat mir gut gefallen.

 

 

 

Mittlerweile fertige Version aus grauem Romanit. Den Reißverschlss hätte ich mir sparen können und auch sonst finde ich diese Variante weniger überzeugend als die blaue. Schade. Aber ich glaube, es könnte ein gutes Büro-Anlass-Kleid werden.

So, meine Lieben. Ich mach mich mal auf den Weg! Bisous!

[liebefreundinnen 5. Juli 2015]

Diese Posting wurde bereits bei liebefreundinnen veröffentlicht.

Ihr Lieben,

ich nähe derzeit nicht gerade viel, aber ein paar Sachen habe ich dennoch gemacht und noch nicht gezeigt, das mache ich dann mal nach und nach.

Die letzte Woche war richtig bescheiden, ich bin froh, dass sie vorbei ist, auch wenn ich noch das halbe Wochenende gearbeitet habe und mir gerade kein bisschen vorstellen kann, morgen wieder in die Pampa zu reisen. Das schöne Wetter habe ich demnach vor allem aus einem Sitzungssaal-Fenster heraus betrachtet. Da aber die Klimaanlage mit der Hitze nicht zurecht kam und ausfiel, war ich am Samstag extrem froh um meinen neuen luftigen Rock.

Ich habe erneut dieses Schnittmuster verwendet, dieses Mal aber aus lauter Furcht vor einem zu engen Bund viel, viel zu weit zugeschnitten.

Den Stoff habe ich mit Wiebkes Tochter M. am Maybachufer gekauft. Er knistert und lässt sich nicht bügeln, ohne Spuren zu hinterlassen, ist aber sehr angenehm zu tragen. Er fällt schön, fast wie Georgette, ich bin mir allerdings nicht sicher. Ich werde ihn mal rumzeigen, und fragen, was die anderen so meinen.

Der Bund ist wirklich zu weit, aber zum Glück habe ich ketzte Woche endlich mal diesen Gürtel gemacht, alle Zutaten dafür habe ich von Ninas Nähkontor. Zusammen mit dem Gürtel finde ich den Rock richtig toll und bin froh, dass ich ihn zu weit genäht habe, sehr bequem.

Ich tu mir jetzt mal die Griechenland-Berichterstattung an. Mal sehen, wie lange ich durchhalte.

Beste Grüße,

Juli

[liebefreundinnen 20.06.2015]

Dieses Posting wurde bereits bei liebefreundinnen veröffentlicht.

 

Guten Morgen, liebe Freundinnen,

once upon a time….

… saßen wir in Wiebkes wunderbarer Wohnung um einen großen Tisch versammelt und nähten in einer schönen Runde. Als es auf das (leidige) Thema stricken kam, duckte ich mich schon mal hinter meiner Nähmaschine, aber keine Chance: natürlich wurde sich wieder einmal (lachend) empört, dass ich es nicht kann. Und zwar so gar nicht. Deswegen wurde in der Gruppe ausgemacht (ich erinnere mich nicht, ob ich da irgendwie mitreden durfte, vermute aber dass nicht), dass man mir zum nächsten Termin Strickzeug mitbrächte und es mir erklärte. So schwer sei das ja nun nicht. (also known as: so doof kannst du dich doch gar nicht anstellen!! ODER?!)

Beim nächsten Termin – es war das Wochenende des Champion’s League-Finales Dortmund gegen Bayern – brachte Cat Nadeln und Wolle mit. Zwei, drei Reihen hatte sie schon gestrickt und weihte mich in die Geheimnisse linker und rechter Maschen ein. “Es ist wie in der Politik. Rechts vom Herzen weg, links zum Herzen hin”, so erklärte sie mir, wie Faden und Nadel sich zueinander und meinem Körper verhalten.

Mein Körpr verhielt sich indes insgesamt betrachtet eher verkrampft. Schwitzige Hände, rutschige Nadeln, hochgezogene Schultern, ein Fest. Siehe Beweisbild.

Ich meine, ich habe es nicht mal geschafft, eine Reihe zu Ende zu stricken. Und dann hat der BVB auch noch verloren…

Bis zum nächsten Projekt dauerte es dann ein Weilchen. Mittlerweile hatte Dodo mich unter ihre Strick-Fittiche genommen. In ihrem Strickkränzchen (<3!) durfte ich mit meinem Kraus-Rechts-Tuch-Versuch auflaufen und wurde dennoch gelobt. Ich kämpfte und murkste und Teile meiner Pendelleute (denn ich strickte natürlich auch tapfer im Zug) fragten immer wieder fasziniert, ob ich gerade an einem Putztuch arbeite.

Nachdem ich dieses Tuch beendet hatte (und wir alle sehen, wie unendlich unregelmäßig es geworden ist…), war das Strickkränzchen vollkommen zurecht leicht bis fortgeschritten irritiert, als ich stolz die zukünftige Arbeit vorstellte – das Shetland Triangle. Kann sie das denn? Sie wusste es auch nicht so genau, aber dank Dodo ging es zumindest mal los.

Die Wolle hatte ich mit Cats Hilfe bestellt, wunderschöne Vorlagen gab es en masse (z.B. hier, hier, hier, hier), was sollte jetzt noch schiefgehen?

Kurz vor meiner Abreise in die USA fing ich also an, ribbelte auf, fing wieder an usw. Anfangs habe ich in jeder Reihe die Maschen gezählt, weil ich einfach nicht kapierte, wie ich eine Verschiebung des Musters beheben sollte. Lektionen in Demut.

Auf jedem Flug, auf langen Autofahrten durch drei Bundesstaaten, an Wochenenden in den Bergen, überall hin begleitete mich dieses Tuch, auch wenn ich sonst im Alltag kaum strickte. Es war eindeutig eine Reiseprojekt. Aber reisen tat ich scheinbar viel: Es wurde größer und größer. Ich kapierte endlich das Muster und konnte stricken, ohne dass mir danach vor Verkrampfung ein Arm abfiel. In Deutschland angekommen, blieb das Tuch ein paar Wochen liegen. Ich war mir unsicher, wie ich es abschließen sollte, der große Elan war weg, ich dachte, dass der Sommer komme und sich so ein Tuch gerade nicht lohnen würde (harhar).

 

Padaa! Jetzt endlich ist das Ding  fertig und ich freue mich jeden Tag, es zu tragen. Und das nächste ist schon auf den Nadeln, dieses Mal in rot. Ich danke allen, die mich (mal Zuckerbrot, mal Peitsche) unterstützt haben. Hat sich doch gelohnt, das mit dem Stricken. Ja, ja, ihr hattet ja Recht…

[liebefreundinnen] 17.05.2015

Dieses Posting wurde schon bei liebefreundinnen veröffentlicht.

Ihr Lieben,

nachdem gestern schon meine Mutter anmerkte, dass ich hier aber schon lange nicht mehr gebloggt habe (huhu!), melde ich mich jetzt endlich noch mal. Das ist schon mein zweites Wochenende in Folge in Bremen (und ein drittes folgt noch!) und ich finde es ganz herrlich. Das Nähen ist irgendwie dennoch ein wenig auf der Strecke geblieben, aber dafür war ich noch mal in der Bibliothek, auf dem Markt und hab meinen Lieblingskneipen einen Besuch abgestattet. Das ist ja auch wichtig.

Letzten Sonntag habe ich aber noch mal an der Maschine gesessen und ein neues Schnittmuster ausprobiert (what?!). Ich hatte mir in den USA ein 40er-Rockschnitt gekauft, der zugegebenermaßen an Subkomplexität kaum zu überbieten ist, aber das wusste ich da noch nicht. 2 Rockteile plus Bund, ohne Abnäher. Äh ja. Das hätte ich vielleicht auch noch ohne SM hinbekommen.

Als Stoff habe ich eine alte Bettwäsche vom Flohmarkt gewählt, die ich mit Textilfarbe gefärbt habe, ursprünglich war die Baumwolle hellgelb.

Der Rock ist am Bund ein wenig eng, aber ich würde ihn jeden Tag tragen, wäre das nicht ein bisschen auffällig. Definitiv brauch ich mehr. Aber wem sag ich das?

Liebste Grüße!

Juli

P.S.: Von der Petticoat-Combo zur Jeansjacken-Gang!

Me Made Mittwoch am 6. Mai 2015

Unfassbarerweise habe ich auf diesem Blog seit über einem Monat nichts mehr veröffentlicht. Noch unfassbarer, weil ich in der letzten Zeit einige Teile genäht habe, die ich gerne und häufig trage. Aber gut, irgendwann reiche ich nach, die Blogunlust wird schon wieder weichen. Hauptsache, es kommt nie zu einer so langen Nähsperre, was für ein schrecklicher Gedanke.

Bevor ich aus den USA zurückkam, war mein Chef erneut projektbedingt in Tansania und hat mir – guter Mann! – Stoff mitgebracht. Wie schon im letzten Jahr handelt es sich um einen Kitenge aus Nigeria in den Farben blau, weiß, rot, orange und schwarz. Zunächst dachte ich – wahnsinnig kreativ, wie ich nun mal bin – an ein weiteres Paspelkleid, aber beim Besuch des lokalen Stoffhandels fiel mir dieses Schnittmuster ins Auge und es erschien mir die perfekte Ergänzung für den eher wilden Stoff.

 

B315-Cov-1-Dom-480x609

Der Schnitt Butterick 6168 stammt aus der Lisette-Kollektion. Mir hat insbesondere das Design des Ausschnitts gut gefallen, das dann auch zum Spontankauf geführt hat.

 

DSC02606

Das Kleid habe ich in der Größe 10 zugeschnitten. Mit dem Nähen ging es fix, die Anpassung des Ausschnitts ist ein bisschen frickelig, insbesondere wenn man Sorge hat, er können im Resultat zu eng sitzen. Beim nächsten Mal werde ich hier etwas mutiger vorgehen. Derweil trage ich das Kleid bei der Arbeit mit Unterkleid bzw. werde den Ausschnitt noch mit ein paar Handstichen entschärfen.

DSC02607

Fazit: ich mag den Schnitt, er ist schnell und ohne viel Denkarbeit zu nähen. Ich werde ihn mal in einer weniger wild gemusterten Variante machen, dann kommen die Details wie die Brustfalten und der Bund vermutlich besser zur Geltung.

 

DSC02605

Mit dem Kleid nehme ich am wunderbaren Me Made Mittwoch teil, heute mit Gastbloggerin Marlene im schönen Bleuet Dress.

 

Me Made Mittwoch am 1. April 2015

Wenn man relativ spät in den USA ins Bett geht (und an der Ostküste lebt), kann man prima morgens beim MMM mitmachen. Und das mache ich heute das letzte Mal von der anderen Seite des Atlantiks, am Freitag reise ich nämlich ab.

Und um das ordentlich zu feiern, warte ich ein letztes Mal mit unscharfen Toiletten-Spiegel-Bildern auf und – ist ja Ehrensache – einem neuen Kleid.

Den Stoff habe ich hier bei Jo-Ann gekauft, einer nationalen Kette mit viel Auswahl und tollen Preisen bei Baumwollstoffen. Ich habe mich direkt in die hellrote Grundfarbe und schwarz-weißen Blümchen verliebt, da gab es kein Zögern bei der Auswahl. Ebenfalls schnell klar war, dass ich daraus ein Hemdblusenkleid nähen wollen würde. Den Schnitt habe ich schon zweimal gezeigt, beide Male mit einem Flanellkleid, hier und hier. Der Original-40er-Schnitt lässt sich unglaublich schnell nähen und die faule Variante mit Fake-Knopfleiste, geschlossenem Rockteil und Reißverschluss finde ich sehr entspannt.

 IMG_5512 Nackte Beine in North Carolina. Heute waren es 23 Grad.

IMG_5513Im Gegensatz zur sonstigen Präferenz ein schmales Rockteil.Und eine Nahttasche an der Nicht-RV-Seite, hab ich mir bei Dodo abgeguckt.

IMG_5509

Mit Entzücken festgestellt, dass das Kleid farblich zu den Klotüren passt.

IMG_5515Noch eine Detailaufnahme vom Oberteil. Die Kragenform mag ich wirklich gerne.

Und nun begebe ich mich zum wunderbaren MMM-Blog, heute mit einem Beitrag von Karin im chicen Gillian Wrap Dress (und mit schönen Stiefeln!).

Post-Konferenz-Kater

Meine letzte Woche in North Carolina ist angebrochen, an Karfreitag verlasse ich die USA und mein großes Abenteuer endet. Bevor es soweit ist, war ich aber noch knapp Woche lang auf einer Konferenz in New Orleans.

Wir sind mit dem Auto von North Carolina nach Louisiana gefahren, Dienstag Abend um 21 Uhr ging es los, Samstag Mittag gegen 12 Uhr zurück. 14 Stunden Autofahrt, jeweils mit Übernachtung, einmal im ranzigen Motel, einmal bei einer Freundin meiner Kollegin. Die Autofahrt, die intensiven Konferenztage, ich bin komplett aus jeglicher Struktur gerissen, und so richtig lohnt es sich wohl auch nicht mehr, sie zu finden.

Ich mag diese Transitionsphasen nicht, nicht vor “richtigen” Umzügen, vor diesem kleinen auch nicht. Ich sortiere schon halb meine Kleidung, wasche und die Nähmaschine ist eben vermutlich zum letzten Mal zum Einsatz gekommen.

Ich kann zwischendurch kleine Tränen nicht verkneifen, auch wenn ich mich sehr, sehr auf meine Rückkehr freue.

IMG_5503Eines meiner neuen Kleider aus der Januar-Burda ist dieses, der Vintage-Schnitt. Ich hab ganz schön geflucht, der Ausschnitt war viel zu groß, auch wenn ich das Ergebnis gerne mag. Bevor ich es ein weiteres Mal nähe, muss ich da noch mal ran.

Ich gucke jetzt John Oliver. Falls ihr den noch nicht kennt: große Empfehlung!

[liebefreundinnen] 19. März 2015

Dieses Posting wurde schon auf liebefreundinnen veröffentlicht.

Salut, Ihr Lieben,

gestern Abend bin ich an der Straße stehend (und auf den Bus wartend) aus einem Auto heraus angesprochen worden, wie viel ich denn für einen Blow Job nehmen würde. Nach meinen mir 6 bekannten englischen Schimpfworten, bin ich ins Deutsche gewechselt und habe mich (da nicht im Besitz eines Flammenwerfers, leider) verbal an dem Arsch abgearbeitet.

Dieser Brief ist damit eigentlich obsolet geworden, er war nämlich dazu gedacht, meine Vorfreude auf Deutschland zu steigern. Ich schreibe ihn dennoch, falls sich meine Amerika-Unlust wieder legt, habe ich etwas in der Hinterhand.

Die letzten 5 Monate habe ich ja nicht nur auf meine Freundschaften, meine Muttersprache und ein mir verständliches ÖPNV-System verzichtet, sondern auch auf meinen Kleiderschrank. Meinen wohl gefüllten (und natürlich dennoch lückenhaften!) Kleiderschrank. Und Schuhschrank. Und Handtaschen.

Deswegen zeige ich Euch mal die Kleider, auf die ich mich ganz besonders freue:

Butterick 6018 mit Herzausschnitt

Tellerrock aus einer Flohmarkt-Tischdecke (und die Schuhe!!)


Paspelkleid (Knip 9/2011) aus Tansania-Stoff


Lemmingkleid


Butterick 6018 mit Kragen


Knip 5/2011 aus alter Bettwäsche


Noch ein Tischdecken-Tellerrock

Wie ich das schon vor meiner Abreise ankündigte, werde ich mich nach meiner Ankunft in Norddeutschland erst einmal in meinen Kleiderschrank legen und vor Freude ein paar Tränchen vergießen. Das wird so toll.

Bis dahin versuche ich noch mindestens zwei Kleider fertig zu nähen. Ob mir das gelingt? Dieser Stoff ist zumindest schon zugeschnitten und wird eine weitere Hemdkleid-Version nach diesem Schnitt.

 Nächste Woche fahre ich nach New Orleans. Da freue ich mich dann schon ziemlich drauf, das muss ich zugeben. Auf die Autofahrt dahin weniger, aber hey, 12 Stunden, das geht doch schon irgendwie. Ne?!?

Liebste Grüße,

Juli

[liebefreundinnen]: 17. März 2015

Dieses Posting wurde schon auf liebefreundinnen veröffentlicht.

Salut, Ihr Lieben,

sagt mal, werdet Ihr auch so häufig angefasst? In den letzten Wochen und Monaten haben so viele Menschen meine Säume abgetastet, die Stoffe meiner Kleider befühlt und sich die Zickzacknähte angesehen, wie noch nie in meinem Leben. Alles immer von anderen Näherinnen, die sich ja hier durch das ständige Angequatsche viel früher offenbaren.

Was meiner Kollegin am Wochenende allerdings auch auffiel, ist dieser völlig unvorbereitete Körperkontakt. Eine Angestellte des Museums schaute sich erst die Verarbeitung meiners Reißverschlusses an und fragte dann, ob ich Pferdehaar im Saum habe (gut, dass ich Gerties Buch habe…). Ich schaue mir manchmal auch die Innenverarbeitung bei Kleidung am Menschen an, aber ich frage vorher, ob ich mal gucken darf. Glaube ich.

Ihr so?

Ansonsten ist hier gerade muffelige Zeit. Warum hab ich noch mal einen Schreibberuf gewählt?

Liebe Grüße,

Juli

Liebefreundinnen-Postings

Der Blog liebefreundinnen.blogspot.com ist heute offiziell online gegangen. Zum Teil verzichten die Autorinnen auf die Weiterführung der eigenen Blogs, ich lasse den Kirschen-Blog wie angekündigt aber zunächst einmal leben. Derzeit weiß ich noch nicht genau, ob und wie ich eine Aufteilung meiner Postings hinbekomme, aber das wird sich schon entwickeln. Derweil stelle ich die Sachen, die ich bei liebefreundinnen poste, auch hier online. Also nicht wundern.

Ihr Lieben,

los geht’s mit dem virtuellen Nähkränzchen. Ich freue mich sehr! Nicht dass es mir in den USA nähmäßig nicht extrem gut ginge. Ich berichtete ja schon mal, wie begeistert alle von meinem Hobby sind. Ich werde in eine tiefe Depression fallen, wenn ich zurück bin.

Vor allem meine Kollegin A. ist ein echtes Zuckerstück. Sie hat mich mit zwei Frauen bekannt gemacht, weil sie dachte, das könne mich interessieren. Die eine ist Schnittmacherin, ich weiß leider nicht, wie der entsprechende IHK-zertifizierte Berufszeig auf deutsch heißt. Ihr? Es war spannend bei J., aber auch ein wenig frustig. Erst wurde ganz vielen ihrer Kolleginnen gekündigt, weil die Schnittmustererstellung (für Kollektionen nicht für Näherinnen) weitestgehend technisiert erstellt wurden. Und dann wurden die übriggebliebenen Pattern-Frauen aufgefordert, ihre Kenntnisse an eine Firma in Indien zu übertragen. Sie haben also ihren eigenen Ersatz geschult, mit dem Wissen, dass ihnen nach der Schulung gekündigt werden würde. Und so war es auch [hier der wunderbare Michael Hartmann zum Thema].

Die andere Freundin ist Hobbschneiderin und ich durfte ihr Nähzimmer begutachten. Wahnsinn. In den Südstaaten gibt es in älteren Häusern so genannten “sleeping porches“. Das sind Räume mit ganz vielen Fenstern, in denen in den warmen Sommermonaten die Kühle der Nacht genutzt wurde, um ordentlich schlafen zu können. Dieses unglaublich helle Zimmer nutzt C nun als ihr Nähzimmer. In der Mitte steht ein riesiger Tisch, auf dem sie zuschneidet. Für diesen Tisch hat sie eine einzige beeindruckend große Schnittmatte. Die Garnrollen hängen farblich sortiert an der Wand, die Schnittmster in großen Boxen, an den Wänden große Regale mit Stoffrollen. Ich habe den Mund nicht mehr zubekommen und warte auf den Tag, an dem ich auch so ein Reich mein eigen nennen kann. Gut, vermutlich wird das nicht passieren – das restliche Haus war dementsprechend.

Nach dem Nähzimmer-Besuch war ich mit A und C noch zur Tea Time in einem Hotel in der Gegend. Très chic, das hat mir gut gefallen. Eigentlich bin ich ja eher eine Kaffetante, aber der Tee war himmlisch. Und eine Etagère voller Köstlichkeiten – Scones mit Clotted Cream und Lemon Curd, mmh. Cat, hast du nicht dieses Backbuch vom Great British Bake Off? *hust*

Nun aber zurück zum Thema. Ich war abgereist mit zahlreichen “bring Schnittmuster mit!”-Rufen. Genau wie ihr dachte ich an rumpelige Thrift Stores, in denen ich kistenweise alte und zerbrechliche Musterbögen finde, die mir für einen Quarter pro Stück hinterher geschmissen werden. Nun ja. War nicht ganz so. Meine Schnittmuster kaufte ich für teuer Geld bei etsy. War auch okay.

Als ich C dann traf, berichtete sie von einer Freundin, deren Nähladen aufgelöst werden musste. In dem Geschäft war ich sogar, hier berichtete ich davon. Aus dem dunkelroten Wollstoff ist mittlerweile ein schöner Bleistiftrock geworden, den ich demnächst zeigen werde. Die Besitzerin, eine wirklich gebeugte Engländerin, hatte Mühe, den Laden aufrecht zu erhalten, das war deutlich zu sehen. C. half ihr nun mit mehreren anderen Freundinnen, auszusortieren und alles zu Geld zu machen, was sich dafür eignete.

Und! Was für ein Glück für mich! Es gab zahlreiche alte Schnittmuster, die nicht mehr verkauft werden konnten. Guckt mal, womit ich letztens überrascht wurde:

Ist das nicht toll? Ich bin schon ganz aufgeregt und kann mich nicht entscheiden, was ich als erstes nähen will! Das rote Kleid ganz rechts hat aber ganz gute Chancen.

Ich kann nun also berichten: hat geklappt mit den Schnittmustern! Mit Stockflecken, ein bisschen Muff und der Erinnerung an eine ganz herrliche englische Lady. Auftrag erledigt, ich komme dann wieder zurück, ne?

Jetzt muss ich trennen. Und ihr so?
Liebe Grüße,
Juli

P.S.: Lotti fudelt. Wir haben uns niemals betrunken. Das wäre überhaupt nicht mein Stil.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 152 Followern an