Me Made Mittwoch am 1. April 2015

Wenn man relativ spät in den USA ins Bett geht (und an der Ostküste lebt), kann man prima morgens beim MMM mitmachen. Und das mache ich heute das letzte Mal von der anderen Seite des Atlantiks, am Freitag reise ich nämlich ab.

Und um das ordentlich zu feiern, warte ich ein letztes Mal mit unscharfen Toiletten-Spiegel-Bildern auf und – ist ja Ehrensache – einem neuen Kleid.

Den Stoff habe ich hier bei Jo-Ann gekauft, einer nationalen Kette mit viel Auswahl und tollen Preisen bei Baumwollstoffen. Ich habe mich direkt in die hellrote Grundfarbe und schwarz-weißen Blümchen verliebt, da gab es kein Zögern bei der Auswahl. Ebenfalls schnell klar war, dass ich daraus ein Hemdblusenkleid nähen wollen würde. Den Schnitt habe ich schon zweimal gezeigt, beide Male mit einem Flanellkleid, hier und hier. Der Original-40er-Schnitt lässt sich unglaublich schnell nähen und die faule Variante mit Fake-Knopfleiste, geschlossenem Rockteil und Reißverschluss finde ich sehr entspannt.

 IMG_5512 Nackte Beine in North Carolina. Heute waren es 23 Grad.

IMG_5513Im Gegensatz zur sonstigen Präferenz ein schmales Rockteil.Und eine Nahttasche an der Nicht-RV-Seite, hab ich mir bei Dodo abgeguckt.

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Mit Entzücken festgestellt, dass das Kleid farblich zu den Klotüren passt.

IMG_5515Noch eine Detailaufnahme vom Oberteil. Die Kragenform mag ich wirklich gerne.

Und nun begebe ich mich zum wunderbaren MMM-Blog, heute mit einem Beitrag von Karin im chicen Gillian Wrap Dress (und mit schönen Stiefeln!).

Post-Konferenz-Kater

Meine letzte Woche in North Carolina ist angebrochen, an Karfreitag verlasse ich die USA und mein großes Abenteuer endet. Bevor es soweit ist, war ich aber noch knapp Woche lang auf einer Konferenz in New Orleans.

Wir sind mit dem Auto von North Carolina nach Louisiana gefahren, Dienstag Abend um 21 Uhr ging es los, Samstag Mittag gegen 12 Uhr zurück. 14 Stunden Autofahrt, jeweils mit Übernachtung, einmal im ranzigen Motel, einmal bei einer Freundin meiner Kollegin. Die Autofahrt, die intensiven Konferenztage, ich bin komplett aus jeglicher Struktur gerissen, und so richtig lohnt es sich wohl auch nicht mehr, sie zu finden.

Ich mag diese Transitionsphasen nicht, nicht vor “richtigen” Umzügen, vor diesem kleinen auch nicht. Ich sortiere schon halb meine Kleidung, wasche und die Nähmaschine ist eben vermutlich zum letzten Mal zum Einsatz gekommen.

Ich kann zwischendurch kleine Tränen nicht verkneifen, auch wenn ich mich sehr, sehr auf meine Rückkehr freue.

IMG_5503Eines meiner neuen Kleider aus der Januar-Burda ist dieses, der Vintage-Schnitt. Ich hab ganz schön geflucht, der Ausschnitt war viel zu groß, auch wenn ich das Ergebnis gerne mag. Bevor ich es ein weiteres Mal nähe, muss ich da noch mal ran.

Ich gucke jetzt John Oliver. Falls ihr den noch nicht kennt: große Empfehlung!

[liebefreundinnen] 19. März 2015

Dieses Posting wurde schon auf liebefreundinnen veröffentlicht.

Salut, Ihr Lieben,

gestern Abend bin ich an der Straße stehend (und auf den Bus wartend) aus einem Auto heraus angesprochen worden, wie viel ich denn für einen Blow Job nehmen würde. Nach meinen mir 6 bekannten englischen Schimpfworten, bin ich ins Deutsche gewechselt und habe mich (da nicht im Besitz eines Flammenwerfers, leider) verbal an dem Arsch abgearbeitet.

Dieser Brief ist damit eigentlich obsolet geworden, er war nämlich dazu gedacht, meine Vorfreude auf Deutschland zu steigern. Ich schreibe ihn dennoch, falls sich meine Amerika-Unlust wieder legt, habe ich etwas in der Hinterhand.

Die letzten 5 Monate habe ich ja nicht nur auf meine Freundschaften, meine Muttersprache und ein mir verständliches ÖPNV-System verzichtet, sondern auch auf meinen Kleiderschrank. Meinen wohl gefüllten (und natürlich dennoch lückenhaften!) Kleiderschrank. Und Schuhschrank. Und Handtaschen.

Deswegen zeige ich Euch mal die Kleider, auf die ich mich ganz besonders freue:

Butterick 6018 mit Herzausschnitt

Tellerrock aus einer Flohmarkt-Tischdecke (und die Schuhe!!)


Paspelkleid (Knip 9/2011) aus Tansania-Stoff


Lemmingkleid


Butterick 6018 mit Kragen


Knip 5/2011 aus alter Bettwäsche


Noch ein Tischdecken-Tellerrock

Wie ich das schon vor meiner Abreise ankündigte, werde ich mich nach meiner Ankunft in Norddeutschland erst einmal in meinen Kleiderschrank legen und vor Freude ein paar Tränchen vergießen. Das wird so toll.

Bis dahin versuche ich noch mindestens zwei Kleider fertig zu nähen. Ob mir das gelingt? Dieser Stoff ist zumindest schon zugeschnitten und wird eine weitere Hemdkleid-Version nach diesem Schnitt.

 Nächste Woche fahre ich nach New Orleans. Da freue ich mich dann schon ziemlich drauf, das muss ich zugeben. Auf die Autofahrt dahin weniger, aber hey, 12 Stunden, das geht doch schon irgendwie. Ne?!?

Liebste Grüße,

Juli

[liebefreundinnen]: 17. März 2015

Dieses Posting wurde schon auf liebefreundinnen veröffentlicht.

Salut, Ihr Lieben,

sagt mal, werdet Ihr auch so häufig angefasst? In den letzten Wochen und Monaten haben so viele Menschen meine Säume abgetastet, die Stoffe meiner Kleider befühlt und sich die Zickzacknähte angesehen, wie noch nie in meinem Leben. Alles immer von anderen Näherinnen, die sich ja hier durch das ständige Angequatsche viel früher offenbaren.

Was meiner Kollegin am Wochenende allerdings auch auffiel, ist dieser völlig unvorbereitete Körperkontakt. Eine Angestellte des Museums schaute sich erst die Verarbeitung meiners Reißverschlusses an und fragte dann, ob ich Pferdehaar im Saum habe (gut, dass ich Gerties Buch habe…). Ich schaue mir manchmal auch die Innenverarbeitung bei Kleidung am Menschen an, aber ich frage vorher, ob ich mal gucken darf. Glaube ich.

Ihr so?

Ansonsten ist hier gerade muffelige Zeit. Warum hab ich noch mal einen Schreibberuf gewählt?

Liebe Grüße,

Juli

Liebefreundinnen-Postings

Der Blog liebefreundinnen.blogspot.com ist heute offiziell online gegangen. Zum Teil verzichten die Autorinnen auf die Weiterführung der eigenen Blogs, ich lasse den Kirschen-Blog wie angekündigt aber zunächst einmal leben. Derzeit weiß ich noch nicht genau, ob und wie ich eine Aufteilung meiner Postings hinbekomme, aber das wird sich schon entwickeln. Derweil stelle ich die Sachen, die ich bei liebefreundinnen poste, auch hier online. Also nicht wundern.

Ihr Lieben,

los geht’s mit dem virtuellen Nähkränzchen. Ich freue mich sehr! Nicht dass es mir in den USA nähmäßig nicht extrem gut ginge. Ich berichtete ja schon mal, wie begeistert alle von meinem Hobby sind. Ich werde in eine tiefe Depression fallen, wenn ich zurück bin.

Vor allem meine Kollegin A. ist ein echtes Zuckerstück. Sie hat mich mit zwei Frauen bekannt gemacht, weil sie dachte, das könne mich interessieren. Die eine ist Schnittmacherin, ich weiß leider nicht, wie der entsprechende IHK-zertifizierte Berufszeig auf deutsch heißt. Ihr? Es war spannend bei J., aber auch ein wenig frustig. Erst wurde ganz vielen ihrer Kolleginnen gekündigt, weil die Schnittmustererstellung (für Kollektionen nicht für Näherinnen) weitestgehend technisiert erstellt wurden. Und dann wurden die übriggebliebenen Pattern-Frauen aufgefordert, ihre Kenntnisse an eine Firma in Indien zu übertragen. Sie haben also ihren eigenen Ersatz geschult, mit dem Wissen, dass ihnen nach der Schulung gekündigt werden würde. Und so war es auch [hier der wunderbare Michael Hartmann zum Thema].

Die andere Freundin ist Hobbschneiderin und ich durfte ihr Nähzimmer begutachten. Wahnsinn. In den Südstaaten gibt es in älteren Häusern so genannten “sleeping porches“. Das sind Räume mit ganz vielen Fenstern, in denen in den warmen Sommermonaten die Kühle der Nacht genutzt wurde, um ordentlich schlafen zu können. Dieses unglaublich helle Zimmer nutzt C nun als ihr Nähzimmer. In der Mitte steht ein riesiger Tisch, auf dem sie zuschneidet. Für diesen Tisch hat sie eine einzige beeindruckend große Schnittmatte. Die Garnrollen hängen farblich sortiert an der Wand, die Schnittmster in großen Boxen, an den Wänden große Regale mit Stoffrollen. Ich habe den Mund nicht mehr zubekommen und warte auf den Tag, an dem ich auch so ein Reich mein eigen nennen kann. Gut, vermutlich wird das nicht passieren – das restliche Haus war dementsprechend.

Nach dem Nähzimmer-Besuch war ich mit A und C noch zur Tea Time in einem Hotel in der Gegend. Très chic, das hat mir gut gefallen. Eigentlich bin ich ja eher eine Kaffetante, aber der Tee war himmlisch. Und eine Etagère voller Köstlichkeiten – Scones mit Clotted Cream und Lemon Curd, mmh. Cat, hast du nicht dieses Backbuch vom Great British Bake Off? *hust*

Nun aber zurück zum Thema. Ich war abgereist mit zahlreichen “bring Schnittmuster mit!”-Rufen. Genau wie ihr dachte ich an rumpelige Thrift Stores, in denen ich kistenweise alte und zerbrechliche Musterbögen finde, die mir für einen Quarter pro Stück hinterher geschmissen werden. Nun ja. War nicht ganz so. Meine Schnittmuster kaufte ich für teuer Geld bei etsy. War auch okay.

Als ich C dann traf, berichtete sie von einer Freundin, deren Nähladen aufgelöst werden musste. In dem Geschäft war ich sogar, hier berichtete ich davon. Aus dem dunkelroten Wollstoff ist mittlerweile ein schöner Bleistiftrock geworden, den ich demnächst zeigen werde. Die Besitzerin, eine wirklich gebeugte Engländerin, hatte Mühe, den Laden aufrecht zu erhalten, das war deutlich zu sehen. C. half ihr nun mit mehreren anderen Freundinnen, auszusortieren und alles zu Geld zu machen, was sich dafür eignete.

Und! Was für ein Glück für mich! Es gab zahlreiche alte Schnittmuster, die nicht mehr verkauft werden konnten. Guckt mal, womit ich letztens überrascht wurde:

Ist das nicht toll? Ich bin schon ganz aufgeregt und kann mich nicht entscheiden, was ich als erstes nähen will! Das rote Kleid ganz rechts hat aber ganz gute Chancen.

Ich kann nun also berichten: hat geklappt mit den Schnittmustern! Mit Stockflecken, ein bisschen Muff und der Erinnerung an eine ganz herrliche englische Lady. Auftrag erledigt, ich komme dann wieder zurück, ne?

Jetzt muss ich trennen. Und ihr so?
Liebe Grüße,
Juli

P.S.: Lotti fudelt. Wir haben uns niemals betrunken. Das wäre überhaupt nicht mein Stil.

Me Made Mittwoch am 11. März 2014

Wie Ihr vermutlich schon gelesen habt, steigen Cat, Melleni, Julia und ich aus der Crew des Me Made Mittwoch aus. Die Zeit als Mitorganisatorin dieser großartigen Plattform war schön, ich freue mich, dass ich ihn mitgestalten konnte und die Entwicklung und Verfestigung des Zeigens selbstgemachter Kleidung im Alltag so hautnah verfolgen konnte. Jetzt ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Und auch wenn das für mich durchaus auch mit Wehmut verbunden ist, es geht ja weiter. Monika, Nina, Karin und Sy Bille werden das bereits bestehende Team ergänzen, ich freue mich! Gerne nehme ich weiterin mit meinem Blog am MMM teil.

In North Carolina gab es ja ein leichtes Schneechaos, das sich über mindestens zwei Wochen hinweg deutlich bemerkbar machte – es schneite nämlich einfach immer wieder. Wie frech vom Wetter! Mittlerweile ist jedoch es wunderbar warm. Gestern Abend waren es nach 20 Uhr immer noch 21° Celsius. Deswegen benötige ich derzeit gar keinen Mantel, wenn ich draußen bin, heute reichen Jerseykleid und Blazer allemal.

 

IMG_5263Hier sieht man kaum was, weil schwarzer Kaufblazer, schwarzes Jerseykleid und schummriges Toilettenlicht zusammen nicht so gut funktionieren.

 

IMG_5264 Hier ohne Blazer, leider auch nicht so unendlich gut zu erkennen. Das Jerseykleid ist nach einem Knotenkleid-Schnittmuster aus der Sabrina. Ich habe es schon mehrfach gezeigt, unter anderem hier, und es ist ein echtes Allroundtalent.

 

IMG_5267Mein neuer Armreif aus einem Trödel-Schmuckladen. Wenigstens den kann man gut erkennen.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Me Made Mittwoch, heute unter der Führung von Lucy, die von ersten Frühjahrstagen in Berlin berichtet.

 

Me Made Mittwoch am 18. Februar 2015

Heute findet Ihr diesen Beitrag auch auf dem MMM-Blog!

North Carolina ist hübsch. Vor allem im Winter, der ist nämlich sonnig und warm. Als wintergeschädigte West- und Norddeutsche freue ich (Frau Kirsche) mich über die hohen Temperaturen, den blauen Himmel und die vielen Sonnenstunden.

Was passiert, wenn sich der Winter mal meldet, ist allerdings sehr erheiternd. Zunächst einmal werde ich sowieso fast jeden Tag mit “Julia, it’s freezing!” im Büro begrüßt, aber Montag wurde schon im Bus eifrig debattiert, ob eventuell die Welt untergehen könnte. Ein Schneesturm war angekündigt! Die manchmal (substanzinduziert) leicht wirre Besatzung des Busses sprach von “SIX FEET!”. Das sind 1,8 Meter. Ich hatte zwar vom drohenden Wetterchaos nicht das Geringste mitbekommen, aber das erschien mir doch eher unwahrscheinlich.

Tatsächlich waren ab nachmittags ein bis drei Zoll Schnee angekündigt, also 2,5 bis 7,5 Zentimeter. Aufgrund dieser nahezu apokalyptischen Aussicht war es natürlich nicht möglich, das normale Leben aufrecht zu erhalten. Die Uni wurde ab 15 Uhr dicht gemacht, der Busfahrplan auf die Schneeroute umgestellt, die Supermärkte geplündert. Während ich einigermaßen verwundert und vielleicht ein wenig lästernd die Aufregung beobachtete, freuten sich die Kolleginnen und Kollegen über die Uni-Schließung wie ich vor 20 Jahren über die Hitzefrei-Ankündigung. Und auch am Dienstag war an normales Leben noch nicht zu denken, weswegen es heute ausnahmsweise keine Toiletten-Photos gibt, sondern echte, mit dem Photoapparat geschossene Bilder. Ohne Spiegel. Verrückt!

Für den heutigen MMM gibt es noch einmal ein neues Kleid, aber nach bereits bekanntem Schnitt. Letzte Woche zeigte ich eine erste Version eines Hemdkleides aus den 1940er Jahren, den ich kurz vor Weihnachten bei etsy bestellte.

Ich wählte die mittlere grüne Variante, die über ein geschlossenes Rockteil verfügt (faul: moi). Das Oberteil musste ich erneut etwas enger nähen (und es könnte auch noch einen Ticken vertragen), die Ärmel sind verlängert und einen Reißverschluss habe ich ebenfalls in die Seite genäht, um die Knopfleiste im Oberteil zu sparen (faul, encore une fois: moi).

Den Stoff habe ich in einem Anflug von “ich kaufe jetzt nur noch Flanell! NUR NOCH!” erworben, dunkelblauer Flanell, sehr muckelig. Zudem hatte ich passende Knöpfe, mehr muss ich doch nicht sagen, oder?

Nun also: North Carolina im Schnee.

Dies nur als Symbolphoto. Gegen’s Licht, das bringt es ja nicht so richtig. Ich hätte gerne den Nachbarn gebeten, sein Auto wegzuparken (wie sieht das denn aus, herrje?), aber ich weiß leider nicht, zu wem es gehört.

Um mich herum taute es. Auf jedem dritten Photo sieht man runterflitschende Wassertropfen.

Das Oberteil wird vorne durch gekräuselte Nähte und eine Falte auf jeder Seite bzw. hinten durch Falten jeweil oben und unten und rechts und links in Form gebracht. Dadurch entsteht dieser nette blusige Effekt.

Die Knöpfe sind m.E. vom Flohmarkt, aber ich kann mich nicht so wirklich erinnern. Der Rock ist von innen mit Schrägband gesäumt und am Ärmel ist ein Zierstich, in dunkelblauem Garn, den man nicht photographieren kann. Ich hab’s getestet.

Beim kurzen Gang aus dem Haus, mit Tuch gegen kalte Ohren. Übrigens ist der Saum nicht schief, sondern das Kleid unglücklich im Gürtel gefangen.

Und wenn der Schnee getaut ist, heißt es wieder:

So lange schaue ich mir Eure Beiträge zum heutigen Me Made Mittwoch an.

Me Made Mittwoch am 11. Februar 2015

Mein letzter Blog-Beitrag ist schon hundert Jahre her, und das, obwohl ich eigentlich MEHR bloggen wollte und nicht weniger. Aber manchmal kommt es ja doch anders. Zum Beispiel, wenn man viel Freizeit hat und dann auf einmal ganz schön viele Deadlines auf einen warten. Seit meiner Rückkehr im Januar war ich nicht nur in den Bergen und im tollen Chicago, nein, ich war auch drei Tage in NY gefangen, als Opfer des Jahrhundert-und-dann-doch-nicht-so-wild-aber-hey-der-Flughafen-bleibt-dennoch-zu-Blizzards Juno.

Seitdem arbeite ich wie eine Irre, ich hab an zu vielen Stellen “na klar, mach ich” gesagt. Zu diesem Thema werde ich aber noch mal gesondert schreiben, denn heute geht es ja nicht um wissenschaftliche Laufbahnen, sondern um den wunderbaren Me Made Mittwoch.

Ich zeige eines meiner Vorweihnachtskleider, das ich sehr liebe. Das Schnittmuster habe ich bei etsy bestellt, ein 1940er-Hemdblusenkleid, das ich in der mittleren Version genäht habe. Der Stoff ist von Hancock’s, einer amerikanischen Kette, ein graugrundiger Flanell mit blau-schwarz-weißen Schnee- und Schlittenmotiven. Da hier schon der Frühling naht, muss ich das Kleid jetzt noch ausführlich tragen.

 

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Ich fühle mich darin zugegebenermaßen ein wenig schlafanzugig, sowohl wegen des Flanells als auch wegen der hellen Grundfarbe und des Musters.

 

IMG_4891Heute ist hier die Hölle los, deswegen kann ich nur ein einziges Toilettenphoto anbieten, es tut mir leid. Shame on me.

 

SchnittmusterQuelle

Der Schnitt gefällt mir sehr gut. Ich musste das Oberteil deutlich verkleinern und habe lange an der Knopfleiste rumgefrickelt, damit der blusige Effekt bestehen bleibt, es aber nicht zu bollerig wird. Trotzdem war das Kleid total schnell fertig, so gefällt mir das! Es ist auch schon ein zweites Mal zugeschnitten, aber im Moment komme ich abends so spät aus der Uni, dass ich keine Lust mehr habe, zu nähen. Ich hoffe auf ein paar Nähstunden am Wochenende, aber so richtig gut sieht es dafür derzeit nicht aus. Heute Abend werde ich aber auf jeden Fall durch Eure Blogs stöbern. Ob Ihr auch schon in Frühlingslaune seid?

Auf dem MMM-Blog zeigt heute unsere Gastbloggerin Jenny ein wunderbares Vintage-Kleid! Sehr chic!

Me Made Mittwoch am 14. Januar 2015

In meinem Rückblick erwähnte ich es bereits – das Jahr 2014 war relativ arm an Paspelkleidern (Schnittmuster Knip 9/2011), wie konnte das nur passieren? Wenn ich richtig gezählt habe, besitze ich mittlerweile sieben Versionen:

KnipkleidDiese zwei habe ich schon letzte Woche gezeigt.

Paspelkleid_CollageDas Original-Weihnachtskleid von 2011 (ganz links) und die darauf folgenden Modelle von 2012 und 2013.

Netterweise bin ich ja mittlerweile nicht mehr der einzige Fan (wobei ich darauf hinweisen muss, dass ich ja nur durch Julias Version zum Fan wurde – als wir uns zum ersten Mal trafen. Hachz.), sondern zahlreiche ganz bezaubernde Versionen finden sich in der Nähbloggerinnen-Gemeinde, z.B. hier, hier, hier und hier.

Nun wollte ich meiner Sammlung schon seit einger Zeit eine ganz simple Version hinzufügen, inspiriert durch die Mädchentraum-Winterkollektion 2014/2015. Und als ich im Januar in Begleitung von Cati Basmati im alten heimatlichen Stoffladen war, habe ich dank der 1a Beratung der Anschneiderin einen wundebaren blauen Wollstoff ergattert, der mich meinem Traum von einem schlichten, chicen Wollkleid näher brachte. Und weil ich ja weiß, wie schnell ein solches Paspelkleid genäht ist, habe ich ziemlich bald nach meiner Ankunft zugeschnitten und genäht. Et voilà.

IMG_4482Da das Wetter ausnahmsweise auch in North Carolina trüb ist, gibt es wieder Toilettenphotos. Bisschen ist es ja auch schon Tradition, redete sie es sich schön.

IMG_4483 Der Saum ist ein wenig länger als sonst, ein wenig problematisch ohne Ganzkörperspiegel in der Wohnung. Es stört mich aber nicht.

IMG_4485  Happy Kirsche.

IMG_4487Wie man sieht, habe ich in dieser Version gar keine Paspeln verwendet, sondern die Schnittteile einfach so aneinander genäht. Für meinen Körperbau ist die Passung tatsächlich ziemlich perfekt und bringt Form an Stellen, wo sie erwünscht ist. Unter dem Kleid trage ich meinen Petticoat. Das bietet sich sowohl bei der Kleidersilhouette als auch bei den derzeitigen Temperaturen an.

IMG_4488Die Originalfarbe des Stoffes konnte ich leider auf keinem Photo so richtig einfangen. Er ist ein bisschen dunkler als auf diesem Photo, aber hier erkennt man die Struktur und leichte Melierung ganz gut.

Ich muss sagen, dass ich mit dieser Version mehr als zufrieden bin. Auch wenn es für derartige Entscheidungen noch ein bisschen früh ist, hat dieses Kleid doch für mich gute Chancen auf den Titel des Lieblingskleides 2015, vielleicht weil ich so lange nach einer schlichten Wollversion gelechzt habe. Meinetwegen kann es jetzt noch ein wenig kühl bleiben.

Ob Dodo das auch so sieht, können wir auf dem MMM-Blog sehen. Sie zeigt ein unglaublich tolles Gesamtoutfit – chapeau! Habt einen schönen Tag!

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