Jahresrückblick 2014

Gestern trafen wir uns unter Mellenis Leitung auf dem MMM-Blog, um unser liebstes Kleidungsstück des vergangenen Jahres zu küren. Heute hole ich mal zu einem etwas ausführlicheren Rückblick auf das Näh- und Strick(!!)-Jahr 2014 aus.

Wie schon in den vergangenen Jahren führt die Internetgemeinschaft der Nähnerds nicht nur zu angeregtem Austausch per Blog, Twitter, E-Mail oder neuerdings sogar Podcast bzw. Hörspiel, sondern auch zu klassischen Begegnungen, so von Mensch zu Mensch, wenn auch manchmal zwischen solchen, die sich eigentlich irgendwie unbekannt sind.

Im letzten Jahr hat insbesondere die anNÄHerung in Bielefeld unter der Organisation von Alex, Miriam und Susi zu einem geradezu rauschhaften Kennenlernen geführt. Neben zahlreichen bekannten Gesichtern waren dort sehr viele mir bislang persönlich face-to-face unbekannter Damen. Toll war das! Leider bin ich in diesem Jahr nicht dabei, aber es wird bestimmt wieder großartig und ich freu mich auf die Berichte.

Dann habe ich meine üblichen Verdächtigen noch mehrfach besucht und einige sogar bei mir zu Hause begrüßen dürfen. Das war ganz toll! Das mindestens monatliche Treffen mit Dodo zeigt für mich ganz deutlich, wie sehr sich das “anonyme Internet” in mein ganz normales (im Sinne von klassisches) Beziehungsleben integriert hat.

Zur besseren Übersicht habe ich mir zwischen Weihnachten und Neujahr eine Liste mit allen vollendeten Kleidungsstücken erstellt. Das Jahr war recht erfolgreich mit fast 30 Teilen, von denen ich viele mag, auch wenn mich keines so wahnsinnig total vom Hocker haut.

Wie immer habe ich viel in Reihen genäht, z.B. sechs (!) Varianten des Schnitts Butterick B6018:

B6018_Collage1 B6018_Collage2

Meine Paspelkleider-Liebe war nicht so aktiv, wie im Jahr 2013, aber dafür liegt derzeit wieder eins unter dem Nähfüßchen. Von den zwei Versionen des Knipkleids (9/2011), die ich dieses Jahr genäht habe, mag ich insbesondere das Tansaniakleid (rechts).

Knipkleid

Gestern ganz vergessen habe ich ein Bastelschnittkleid aus Samt, das ich sehr gerne trage:

DSC02290

Röcke und Oberteile waren in diesem Jahr nicht so richtig beliebt. Zwar habe ich einige Röcke genäht, aber diese nur nach Standard-Schnitten. Die einzige Ausnahme ist dann auch direkt richtig kackig geworden (ganz rechts).

Röcke2015

Nun noch ein kurzer Blick auf meine Vorsätze für 2014, geblogt am 3. Januar letzten Jahres, denn ausnahmsweise hat es mit der Umsetzung ganz gut funktioniert:

Und was passiert 2014?

  • 2014 muss ich endlich mal meinen Hintern hochkriegen und dieses leidige Strickthema bezwingen, das kann doch nicht sein. Zum guten Start werde ich in der nächsten Woche von Dodo unter die Fittiche genommen, um wieder in Schwung zu kommen.

IMG_4329Das Shetland Triangle begleitet mich auf Schritt und Tritt und wächst und gedeiht (auf dem Photo an Weihnachtskleid, ich hab also sogar an Heiligabend gestrickt!). Vor lauter Übermut habe ich mir drei verschiedene Farben Wolle zu Weihnachten schenken lassen.

  • ich bin eher eine Webstofftante, aber in diesem Jahr soll es endlich auch noch mal Jersey sein

Jersey2015Okay, es ist nur eine Variante Jerseykleid, aber von der bin ich auch wirklich sehr angetan. Und Schnittmuster kopiere ich immer noch nicht gerne….

  • nachdem so viele die schmalen Röcke als “anders schön”, “auch schön” oder ganz offen als “schöner” bezeichnen, werde ich mal ausprobieren, Kleider ohne Petticoat zu nähen (Hülfe!)

Das hat nicht so gut geklappt und kommt erneut auf die Liste.

Und was passiert demnächst?

  • ein weiteres Kostüm ist in der Mache, eins das ich noch im Rheinland angefangen habe, zu nähen. Damals, vor dem Umzug in den Norden. Es ist senfgelb und ich liebe es. Und ich will noch eins aus rotem Samt nähen. Das Kostüm-Thema ist also noch nicht durch.

DSC02505Äh ja. Das dauerte dann doch noch ein paar Monate, aber irgendwann war es fertig. Der rote Samt hingegen fand seine Bestimmung im diesjährigen Weihnachtskleid.

Lemmingkleid2015

Ich weiß nicht mehr, welche Version ich meinte, aber es gab zwei weitere Lemmingkleider im ersten Quartal 2014. Beide finde ich eher mittelgut.

Und was passiert 2015?

Frisch zugeschnitten ist ein Paspelkleid aus blauer Wolle, das ganz ohne Paspeln auskommen soll (verrückt!), außerdem habe ich Ende 2014 ein Flanellkleid nach einem neuen 40er-Schnitt genäht, das demnächst noch ein Geschwisterchen bekommen soll. Überhaupt gibt es für die nächsten Monate ziemlich konkrete Stoff-Schnittmuster-Pläne, das habe ich sonst selten. Ich bin gespannt, wie es mit der Umsetzung klappen wird. Folgendes fällt mir relativ spontan ein:

  • eine zweite Version des Weihnachtskleid aus einem dunklen Tartan
  • der Vintage-Schnitt aus der aktuellen Burda aus gelbem Georgette
  • ein 40er-Rock aus einer königsblauen Baumwolle
  • Butterick 5322 (Geburtstagsgeschenk von Freundin A! <3 ) aus einem blumigen Baumwollstoff

All diese Projekte sind für meine USA-Zeit geplant. Ich werde meine Arbeitszeit wohl leider reduzieren müssen, sehr schade, denn stricken will ich nebenbei auch noch. Somit starte ich völlig überambitioniert ins neue Jahr und bin sehr gespannt, ob die 2016-Kirsche darüber nur mitleidig den Kopf schütteln wird.

Den Blog würde ich gerne wieder etwas häufiger nutzen. In den letzten Monaten reduzierten sich meine Postings häufig auf den sehr geliebten Me Made Mittwoch sowie auf Sew-Alongs, die ich dann auch noch häufig – wenn nicht selbst Gastgeberin – schluderte. Gerne (wieder) einführen würde ich Monatsrückblicke und Alltags-Postings ohne Nähbezug. Ob das was wird? In einem Jahr lässt sich wieder Bilanz ziehen, sehr spannend.

Derweil freue ich mich jedoch erst einmal auf ein neues Jahr in diesem zumeist wunderbaren, herzlichen Internet!

Me Made Mittwoch: Lieblingsteil 2014

Meine ausführliche Nähbilanz 2014 ist bereits in Planung, aber noch nicht bereit zur Veröffentlichung. Ich habe eine Liste mit allen meinen Kleidern gemacht und zerbreche mir seitdem den Kopf, welches Teil nun mein Liebling 2014 ist. Die Entscheidung fällt mir – wie vielen anderen – schwer, deswegen muss auch ich eine kleine Auswahl präsentieren.

DSC02454Nicht herausragend schön, aber unendlich praktisch ist das schwarze Jersey-Knotenkleid, das ich zu einer Konferenz im Oktober genäht habe. Auch wenn es einen Ticken länger sein könnte…

 

998d2-dsc02414Das Hemdblusenkleid Butterick B5846 gefällt mir ausgesprochen gut und ist in ständigem Gebrauch (derzeit ist es allerdings ein wenig frisch dafür). Das liegt einerseits am Schnitt, aber ganz unbedingt auch am Stoff, den ich in Berlin gekauft habe. Beim Maybachufer-Bummel war ein Großteil der Crew versammelt und ich erinnere mich sehr gerne an diesen Tag. Das Kleid möchte allerdings seit seiner Herstellung gerne, dass ich ein wenig abnehme. Am Bauch. Eigentlich ein Grund es sofort aus dieser Liste zu schmeißen.

 

DSC02504Last but not least mag ich den senfgelben Blazer sehr gerne. In diesem Jahr würde ich der Kombination gerne noch eine Bluse spendieren, aber die Oberteilschwäche…

 

IMG_3965Zum Glück gefällt er mir in der Kombination mit dem schwarzen Paspelkleid (ein Liebling des Jahres 2013) fast besser, deswegen kann ich die Bluse beruhigt vertagen. 2016 ist ja auch noch ein Jahr, nicht wahr?

Melleni zeigt ihre Lieblinge heute auf dem MMM-Blog. Den Stoff eines wunderschönen roten Kleides hat sie in Aachen bei meinem alten Nachbarn gekauft, den ich bei meinem Weihnachtsbesuch gemeinsam mit der tollen Cati Basmati besuchte. Einen der dort gekauften und in die USA importierten Stoff habe ich gestern angeschnitten, aber dazu später mehr!

Ich hoffe, Ihr seid gut ins neue Jahr gekommen! Ich freu mich – wie immer – auf Struktur im Alltag, das Ende des Januars (ja, ich weiß…) und den Frühling (ja-ha). Diese Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr und kurz danach, das ist mir einfach nix.

Weihnachtliche Grüße

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest mit netten Menschen, guten Gesprächen und leckerem Essen. Falls Euch mal langweilig ist oder Ihr dem Trubel entfliehen wollt, dann empfehle ich Euch das Finale des Weihnachtskleid Sew Alongs mit all den wunderbaren Kleidern!

Und auf dem MMM-Blog findet Ihr ebenfalls unser Dankeschön für die großartige Spendenbereitschaft – ein Weihnachtsgeschichten-Hörspiel!

A plus!
Juli

 

Holidays_2014

WKSA 2014: das Finale!

Der Weihnachtskleid Sew-Along findet heute sein Ende und wir alle zeigen unsere schönen Stücke auf dem MMM-Blog. Dort findet Ihr auch meinen deutschen Original-Beitrag. Hier ist meine Beschreibung hingegen auf englisch.

Guten Morgen und herzlich willkommen zum letzten Teil des WKSA 2014!

Nun haben wir uns 6 (!) Wochen lang getroffen, gegenseitig inspiriert und beratschlagt… Es hat uns (Dodo und Juli) wirklich soo viel Spass gemacht mit so vielen Frauen gemeinsam ein Weihnachts-Outfit zu nähen.

Ihr seid so klasse! Und Glückwunsch zum Weihnachtskleid 2014! Und so sitzen wir beide zwar räumlich getrennt aber doch irgendwie gemeinsam und freuen uns über die wohl gekleideten Damen um uns herum.

Nun kommt zunächst einmal Dodos Teil:

An dieser Stelle möchte ich gern meiner “Vortanzpartnerin” Frau Kirsche danken, die, obwohl in Übersee, keine Hindernisse gescheut hat, gemeinsam diese Aktion zu wuppen!!! (Juli sagt dazu: So sehr gerne, es war mir ein Fest! <3 Und den erfolgreichen Abschluss feiern wir in ein paar Tagen, oder?)

Nicht vorenthalten möchte ich Euch dieses “künstlerisch wertvolle” Foto… Gleicher Abstand, gleiche Helligkeit wie beim ersten Foto…

Heute ist der spannende Tag, die fertigen Kleider zu zeigen und zu bewundern.

Und egal, ob es nun eine Weihnachtshose, ein Kleid, ein Rock oder eine Tunika ist: Wir haben für kurze Momente den Vorweihnachtsstress beiseite geschoben und etwas nur für uns selbst gemacht, das war Ziel der Mission.

Mein Kleid ist fertig, es passt! Und ja, Es ist so schön geworden 

Der Neuzuschnitt des Oberteils war ein Glücksgriff. Das Kleid hat jetzt auch trotz festem, undehnbaren Stoffes einen angenehm bequemen Sitz. Ich musste nix ändern :) Habe lediglich 1,5 cm in der Länge des Oberteils zugegeben.

O.k. Wenn ich super pingelig wäre, dann könnte ich an der rechten Schulter noch nachbessern. Oder das Oberteil im Rücken , um die Falten wegzukriegen. Aber ich strebe nicht die Nachfolge von Monsieur Dior an, deswegen kann das so bleiben.

Ups, warum sagt mir keiner,dass das Godet sich umgekrempelt hat?

Bei uns ist es an Weihnachten so, dass sich wirklich alle für den Heiligen Abend schick machen. Ganz zwanglos, wenn also eine/r beschließen würde, dass er keine Lust drauf hat – auch gut. Aber auch die Kinder mochten dieses Ritual schon als sie klein waren. Tochter im schönen Kleid, Sohn mit Hemd und Mini Fliege …

Also haben wir das beibehalten.

Mir wird aufgrund der vielen echten Kerzen am Christbaum und in diversen Leuchtern nicht kalt sein, sollte es Euch aber bei meinem Anblick frösteln, das Kleid kann auch so…

Ich fühle mich sehr wohl in meinem Kleid, bis auf eine Winzigkeit: Der Rock ist 50er jahremässig nach unten enger eingestellt. Das macht eine sehr schöne Silhouette, schränkt aber in der Bewegungsfreiheit etwas ein. Ich schätze mal, damals hechteten die Frauen nicht im Schnellschritt durchs Leben, und stiegen z.B. ins Taxi so ein.

Dame steigt aus der Limousine

Bildquelle : http://www.munictransfer.de/limousinenservice.php

Das ist jetzt leider ein Foto aus der heutigen Zeit – obwohl ich ein genaues Bild von diesem so elegant ins Auto steigen aus alten Filmen im Kopf hatte, konnte ich kein Original 50er Foto finden.

Den Schlitz hinten hab ich deshalb um einige cm verlängert: Geisha Schritt ist nicht so meins ;)

Nun kommt Frau Kirsches Teil:

Es ist so schön geworden? Ja. Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt bin auch ich vollauf zufrieden. Beim letzten Treffen berichtete ich von gar schröcklichen Mittelalter-Assoziationen, die mein Weihnachtsskleid mir bescherte. Als holde Maid wollte ich auf gar keinen Fall unter dem Weihnachtsbaum landen und Met mag ich auch nicht. Also gab es noch ein paar Änderungen: statt der goldenen Knöpfe, bezog ich welche mit Samt (und fluchte), die Taschen nähte ich doch auf die Brust und verzierte sie – ebenso wie Ärmel- und Rocksaum – mit einem Zierstich.

Das ist mit Abstand mein weihnachtlichstes Weihnachtskleid ever geworden. Und damit passt es perfekt in meine Amerika-Zeit. Und hier die Photos:

Ich habe mir aus Weihnachtsdeko noch eine Haarteil gebastelt. “Fancy schmancy” sagte die amerikanische Chefin als Kollegin B und ich nach der Campus-Photosession kichernd zurück kamen. (Thank you for these wonderful pictures, B! I’m one happy girl to have such a lovely and understanding co-worker and friend!)

Das Samtkleid ist sehr bequem und lässt auch ein ausgiebiges Weihnachtsmahl zu. Man kann es mit und ohne Petticoat tragen und ich kann mich nicht recht entscheiden, was mir besser gefällt. Diese Photos sind jedoch alle mit.

Das Photo-Wetter ist in NC eindeutig besser als im trüben Deutschland. Gefroren habe ich nämlich bei unserer Session auch nicht. Das Haus im Hintergrund steht übrigens auf dem Campus und beherbergt die Familienforschung.

Die haben eine Schaukelbank auf der Veranda! Schaukelbanken sind die beste Erfindung der Welt.

So, Ihr Lieben, das waren unsere Weihnachtskleider. Wir hatten sehr viel Spaß bei dieser Aktion und hoffen, dass Ihr glücklich und zufrieden mit Euren Ergebnissen seid. Wir wünschen Euch allen wunderschöne Weihnachten in Euren Weihnachtskleidern und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Den ersten gemeinsamen Termin im neuen Jahr,  den 7.1., nutzen wir, um unser Lieblingskleid 2014 zu zeigen. Auch das hat ja mittlerweile Tradition (hier und hier). Kommt aber in den nächsten Tagen ruhig noch mal vorbei, es wartet ja noch unser Dankeschön für die erfolgreiche Spendenaktion!

So, nun aber Spots on und Bühne frei für Eure wunderbaren Weihnachtskleider!

And the ugly christmas sweater goes toooo

Sekündchen. Eh hier irgendwas verkündet wird, kommt erst einmal eine Werbeunterbrechung. Das geht schließlich auch im Fernsehen so. Und bei der hiesigen College-Basketball-Mannschaft kommt es regelmäßig zu erzwungenen Time-Outs, weil in der Live-Berichterstattung per Fernseher auch der Konsum angekurbelt werden muss.

Also. Für was könnte ich Werbung machen? Ähm. Ah ja.

Man kann immer noch für die Ausbildung afghanischer Näherinnen spenden! Wir sind ganz knapp vor unserem (mehrfach aufgestockten! Weil Ihr so toll seid!) Spendenziel und hinter den Kulissen laufen heiße Vorbereitungen auf das Weihnachts-Spezial der MMM-Crew. Wir freuen uns wie Bolle!

Am 14. März findet in Schwerte der Dressmakers Ball statt, den Alex organisiert. Ich bin sehr, sehr traurig, dass ich nicht dabei sein kann, das wäre ganz nach meinem Geschmack. Trinkt einen Sekt für mich mit und tanzt wild!

So. Werbeunterbrechung vorbei.

And the winner iiiiissss: SUSA! Yeah, Kamelle, Konfetti, Applaus! Herzlichen Glückwunsch, liebe Susa! Ich kann mir kaum eine würdigere Gewinnerin vorstellen! Wunderbar! Bitte schick mir noch mal deine Adresse, ja?

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WKSA, Teil 5

14.12.2014 WKSA Teil 5:
Oah, jetzt aber schnell! / Nur noch der Saum! / Ich könnte hier nochmal nachbessern / Ich bin fertig, zeige aber noch nichts / Ich bin ein Streber und nähe jetzt noch ein Tüdeldü für meine drei Weihnachtskleider

Guten Tag, meine lieben Weihnachtskleidnäherinnen!

Es ist kaum zu glauben, aber mein Weihnachtskleid ist fertig! Wie konnte das nur passieren? Die Gastgeberinnen-Rolle versorgt mich mit ungeahnten Kräften. Hinzu kommt dann noch die Tatsache, dass ich demnächst für die Weihnachtstage nach Deutschland reise. Bis dahin ist natürlich auch hier Stress angesagt und in D habe ich keine Nähmaschine, weil ich bei meiner Familie und nicht zu Hause bin. Dieses Auslandsdings ist komplizierter als angenommen, ich schwöre.

 

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Ich danke Euch für Eure schnelle Entscheidungshilfe zum Thema Zierstich. Ich habe mich dank Eurer Hilfe und der instagram-Gemeinschaft (und Wiebke) für den dritten von oben entschieden, die Blätter. Merci beaucoup!

 

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Die Zierstiche sind Teil eines groß angelegten Rettungsprogramms. Denn mir war das Kleid nix. Der Samt, die Goldknöpfe, das war alles ein bisschen arg Mittelaltermarkt. Ich war höchst unglücklich, hier ein Ausschnitt des holden Gewands:

 

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Da ich am Rest nicht viel ändern konnte, war klar, dass die Knöpfe ausgetauscht werden müssen und so verbrachte ich den Freitag Abend fluchend mit Samtkreisen und beziehbaren Knöpfen.

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Nun denn, das Kleid gefällt mir jetzt viel besser, auch wenn es glaube ich nicht zum Lieblingsstück werden wird. Aber vielleicht ändert sich das ja noch in den nächsten Tagen, die Hoffnung stirbt zuletzt und so.

Ich bin gespannt auf Dodos und Eure Fortschritte!

Me Made Mittwoch am 10. Dezember 2014

Wenn ich mein heutiges Kleid so betrachte, frage ich mich, warum ich meinen ursprünglichen Weihnachtskleid-Plan eigentlich geändert habe. Ich mag die Mantelkleider aus dem Buch von Gertie Hirsch wirklich sehr gerne. Die lila Version finde ich ein wenig schöner als die graue, sie ist auch ein bisschen weiter, sitzt daher angenehmer. Abgesehen davon hab ich da nicht so viele Fehler gemacht, zum Beispiel bezüglich der Knopfleiste, die einerseits auf den falschen Seite ist und andererseits an der völlig falschen Stelle sitzt. Bei beidem ist meine Schusseligkeit Ursache der Fehler, die mittige Positionierung der Knopfleiste ist beispielsweise mal wieder meinem Abschneidewahn geschuldet.

IMG_4160Hallo Institutstoilette! Du auch wieder da? Ich freu mich schon, wenn ich demnächst hier die Saumlänge des Weihnachtskleides bestimme. “Das macht man in Europa so. Echt.” Ob ich damit durchkomme?

 

IMG_4161 Hier sieht man deutlich, dass es viele Falten an der Brust wirft. Ich hab aber wirklich keine Ahnung, wie ich das ändern kann.

 

IMG_4158Ich mag es dennoch. Tja, so ist das. Und ich werde in Aachen mal in den liebsten Stoffladen gehen und nach dunkelblauer Wolle suchen für eine weitere Version. Immerhin ist das Schnittmuster schon in den USA… (apropos, ich verlose Weihnachtskitsch. Interesse?)

Auf dem MMM-Blog ist heute Meike unsere Gastgeberin. Ich freu mich auf Eure Beiträge!

Kitsch as Kitsch can – oder: es gibt ein Geschenk!

Liebe Freundinnen und Freunde des guten Geschmacks,

die Christmas Sweater fesseln mich und mittlerweile habe ich ein wenig recherchiert. Das war gar nicht so einfach, denn wenn man nach “Christmas Sweater” sucht, kommt man vor allem auf Shopseiten, die ganz charmant auf “ugly christmas sweater” (oder gegebenenfalls noch tacky) referieren, zum Beispiel hier.

Wo genau die Tradition herrührt, kann ich allerdings nicht sagen, die UK-Version berichtet von englischen Showmastern, die diese Tradition (zunächst unironisch) in den 1980er  einführten. Auf US-Webseiten wird auf die Bedeutung des Christmas Sweaters bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts verwiesen. Letzteres scheint mir ziemlich unwahrscheinlich, vielleicht meinten sie das 20. Jahrhundert? Sucht man bei Etsy, dann finden sich auch dort insbesondere Exemplare aus den 1980ern, obwohl es natürlich auch ganz wunderbare Beispiele aus den 40ern gibt, z.B. hier.

Meine erste Berührung mit dem Konzept “Ugly Christmas Sweater” war vermutlich diese Szene aus Bridget Jones, in der Renee Zellweger bei ihren Eltern (?) auf Colin Firth trifft, beiden in einem Schneemann-Pullover. Seitdem hat sich eine regelrechte Tradition um den hässlichen Pullover entwickelt mit Motto-Parties, entsprechenden Familienphotos und einem eigenen Feiertag: Am 12.12. ist National Ugly Christmas Sweater Day!

Zu diesem wunderbaren Anlass habe ich es mir nicht nehmen lassen, eine kleine Überraschung für Euch zu besorgen.

IMG_4153 Dieser kleine (und damit kofferfreundliche) Christmas Sweater mit aufgenähten Katzen (die tragen Mützen!) und Weihnachtsbäumen wird Eure Wein- und Wasserflaschen in weihnachtlichem Glanz erstrahlen lassen!

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Ist das nicht, äh, bezaubernd? Wer sich von der kitschigen Glückseligkeit amerikanischer Weihnachtsdeko nicht nur nicht abschrecken sondern gar erfreuen lässt, möge sich unter diesem Posting melden. Am nationalen Feiertag des Christmas Sweater, dem 12.12., schließt um 18 Uhr meiner Ortszeit (Mitternacht zum 13.12. bei Euch) das Lostöpfchen. Wer keinen Blog hat, kann entweder eine E-Mail-Adresse hinterlassen oder mir eine ebensolche schicken.

Die glückliche Gewinnerin bzw. der glückliche Gewinner muss dann noch abwarten, bis ich deutschen Boden unter den Füßen habe (was eine Woche später der Fall sein wird) und bekommt den Christmas Sweater pünktlich zum Fest zugeschickt!

Happy Holidays!

 

WKSA, Teil 4

7.12.2014 WKSA Teil 4:
Uah, es passt nicht, das muss ich ändern / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin stolz wie Bolle! / Das sieht doch schon ganz gut aus, oder? / Ich hab ein Hängerchen und brauche Motivation!

Alter Schwede, wir sind schon bei Teil 4, Weihnachten rückt immer näher. Andererseits können wir ganz beruhigt sein, es sind noch zwei volle Wochen bis zum Finale. Auch wenn ich (Frau Kirsche) eigentlich nur sonntags nähe (und das ist ein bisschen unpraktisch, weil ich dann fertig bin, wenn in Deutschland Nacht ist. Ihr seht also immer den schon lange rumliegenden Zustand, wenn ich sonntags morgens – hier – bzw. nachmittags – Deutschland – meinen Stand zeige), bin ich frohen Mutes, dass ich das Kleid fertig bekomme. Wie ist es bei Euch? Bekommt schon jemand Hektikflecken?

Mein Kleid, Butterick 5920, ist in folgendem Zustand, Rock- und Oberteile sind zusammengenäht, passen ohne zu kneifen und die Taille ist da, wo meine Taille ist. An Taille und Schultern muss ich eigentlich immer was ändern. Mein Oberkörper ist zu kurz für die meisten Schnittmuster und meine Schultern zu schmal. Wenn ich mir aber so angucke, wie viel andere häufig ändern müssen, kann ich mich nicht wirklich beschweren.

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Vor mir liegen mehrere aufregende bis unangenehme Schritte, die ich gekonnt verdränge, das sind einerseits die Knöpfe und andererseits immer noch die Taschen. Dodo hatte letzte Woche vorgeschlagen, die Taschen aufs Rockteil zu nähen. Das finde ich eine ziemlich gute Idee, ich hatte eh schon Sorge, dass meine eher große Oberweite plus Taschen aus doppeltem Samt plus Vlieseline ein bisschen arg werden könnten. Meinungen? Bei den Kräuselungen in der Taillennaht war ich mir erst ebenfalls unsicher, aber das geht meines Erachtens.

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Die Knöpfe habe ich wie den Stoff aus Deutschland importiert. Ich werde sehr wahrscheinlich die goldenen nehmen, die weißen im Hintergrund sind etwas arg wuchtig. Heute habe ich in einem Ramschladen eine neue Quelle für Vintage-Knöpfe aufgetan, allerdings sind die ziemlich teuer. Ich habe natürlich trotzdem welche mitgenommen…

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Und endlich kann ich Euch etwas ganz und gar kitschig-fremdes zeigen: Christmas Sweater! Ich hielt es bislang für eine Hollywood-Erfindung, aber es gibt sie wirklich. Und ehrlich gesagt bin ich mir immer noch nicht sicher, auf welchem Ende des Ironie-Kontinuums ich dieses Kleidungsstück verorten soll, man kann es zwar in Hipsterläden kaufen, aber die älteren Mitarbeiter_innen und Professor_inn_en tragen sie auch. Gut, die können das natürlich auch ironisch meinen, aber eine Kollegin erklärte mir ganz ernthaft, dass sie sich für die Weihnachtsfeier hübsch gemacht hätte. Theoretisch finde ich das unfassbar niedlich – so viel anders ist das mit dem Weihnachtskleid ja nun auch nicht. Praktisch hätte ich jetzt nicht unbedingt ein Mickey Mouse-Weihnachts-Sweatshirt gewählt, aber gut: jeder Jeck ist anders.

 

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In diesem Haus werden traditionell die Christmas Sweater der letzten Jahre als Deko an die Treppe gehängt. Leider musste ich das Photo heimlich aus der Hüfte schießen, sonst hätte ich Euch noch mit ein paar Details beglücken können.

Mittlerweile sind auch die Häuser zunehmend geschmückt, allerdings ist es hier en vogue, Drahtkugeln mit Lichterketten zu umwickeln, und in Bäume zu hängen. Das hört sich komisch an, ich weiß, aber es sieht wirklich bezaubernd aus. Leider habe ich nur schlechte Photos davon, aber ich nehme demnächst noch mal meine ordentliche Kamera mit. Unten  bekommt Ihr aber zumindest eine Ahnung davon, wie es aussieht. Auf dem ersten Bild erkennt man die Konstruktion der, äh, Dingsis, auf dem zweiten den Effekt. Das sieht wirklich toll aus!

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Ebenfalls in weihnachtliche Stimmung bringt mich übrigens die Spendenbereitschaft dieser Gruppe. Ich möchte noch mal sagen, wie unfassbar baff und gerührt ich bin. Baff weil dieses Angebot ja eigentlich so unverbindlich ist. Klar, es gibt viele, die sich mittlerweile kennen, die sich besuchen, Schnittmuster tauschen, Nähkränzchen veranstalten oder Stoffe durch die Republik schicken. Trotzdem könnte hier jede ganz eigennützig vor sich hinwerkeln, einfach nur konsumieren,  und an der Spendenaktion vorbeigucken. Anhand der Summe aber auch der Anzahl der Einzelspenden sieht man ja aber, wie unfassbar viele bereit sind, mehr zu tun. Das ist kein anonymes Internet, das find ich großartig. Und neben dem Lob und Stolz an und auf diese Gemeinschaft ist das auch noch ein kleiner Hinweis, dass wir sehr knapp davor sind, die dritte Ausbildung zu finanzieren. Es wäre super, wenn das noch klappt! Hier könnt ihr gucken und spenden. DANKE <3

Und nun geht es endlich los, verlinkt Euch!

 

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